Ostern - das höchste aller christlichen Feste

Von: Simone Dolfus
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Die Osterkerze wird Propst Bongard erst in der Osternacht entzünden, das Taufbecken wird dann mit frischem Weihwasser gefüllt. Foto: Dolfus

Jülich. Kinder und Erwachsene freuen sich schon auf das Osterfest. Da werden wieder Ostereier, Schokohasen und andere Geschenke versteckt und gesucht. Die Fernsehwerbung ist regelrecht überfrachtet mit süßen Verlockungen und hoppelnden Hasen, die Schaufenster sind bunt dekoriert mit diesen massentauglichen Ostersymbolen.

Dass das mit dem Ursprung des Festes nicht mehr viel zu tun hat, fällt vielen Menschen schon gar nicht mehr auf.

Für die Christen ist Ostern das höchste aller Feste. Sie feiern die Auferstehung Jesu Christi und damit den Ursprung ihres Glaubens. „Das ist ja eine unwahrscheinliche Botschaft. Wer das glauben kann, hat eine ganz andere Lebensperspektive”, betont Propst Heinrich Bongard. Denn laut christlichem Glauben ist Jesus am Kreuz gestorben und hat damit den Tod als endgültiges Ende des Lebens besiegt: „Der Tod mündet ein in das Leben bei Gott, dank der Auferstehung Jesu Christi.” Das ist es, was die Christen in aller Welt an Ostern feiern.

Jesus Todestag fiel laut Überlieferung in die Woche des jüdischen Pessachfestes. Um 15 Uhr am Karfreitag starb der Heiland, noch vor Sonnenuntergang brachten seine Jünger ihn in ein Felsengrab, wo sie seinen Leichnam notdürftig in Leinen einwickelten.

„Was viele vergessen: Jesus war Jude und seine Jünger auch. Und am nächsten Tag war der jüdische Ruhetag, der Sabbat”, erklärt der Pfarrer der Jülicher Propsteigemeinde die Zusammenhänge. Daher ist der Karsamstag der Tag der Grabesruhe des Herrn. Mit der Auferstehung am Ostersonntag entstand so nicht nur das Christentum, sondern auch der Sonntag als Ruhetag. „Für uns Christen ist jeder Sonntag ein kleines Osterfest”, betont der Propst. Erst mit Sonnenaufgang am Ostersonntag konnten Jesu Anhänger wieder zum Grab gehen, um den Körper einzubalsamieren.

Als Erste kamen die Frauen um Maria Magdalena ans Grab. Dort sahen sie, dass der schwere Stein, der die Ruhestätte verschlossen hatte, zur Seite gerollt war. Das Grab war leer. Nach und nach zeigte sich der Auferstandene seinen Anhängern, bis er 40 Tage später in den Himmel zurückkehrte (Christi Himmelfahrt). So die Überlieferung in den Evangelien.

Danach richtet sich auch die österliche Liturgie. Das letzte Abendmahl feiern die Gläubigen am Gründonnerstag, am Karfreitag wird an das Leiden und Sterben Jesu Christi erinnert. Karfreitag und Karsamstag wird keine Eucharistie gefeiert. Die Feier der Osternacht von Samstag auf Sonntag bildet den Höhepunkt aller liturgischen Feiern des gesamten Kirchenjahres. „Es ist ja problematisch geworden, in allen Kirchen die Osternacht zu feiern. Dazu fehlen uns genügend Priester”, bedauert der Propst.

In der Osternacht kommen auch einige christliche Osterbräuche und Ostersymbole zum Einsatz. Vor der noch dunklen Kirche brennt das Osterfeuer, an dem die Osterkerze entzündet wird. Propst Bongard: „Ihre Flamme steht für Jesus, der von sich selbst sagt: Ich bin das Licht der Welt.” Unter dem dreimaligen Ruf „Lumen Christi” also „Licht Christi” wird die Kerze in die Kirche getragen, wo die Gläubigen im Verlauf der Messe ihre eigenen Kerzen an ihr entzünden.

Es folgt ein Wortgottesdienst, bevor die Gemeinde ihr Taufversprechen erneuert. Oft werden an dieser Stelle Kinder getauft. „Ostern ist der eigentliche Tauftermin”, so Bongard. Gerade in Ländern mit christlicher Minderheit sei es heute noch üblich, Erwachsene in der Osternacht zu taufen. Hierzulande kommt das eher selten vor.

Auf jeden Fall wird in der Osternacht neues Weih- und Taufwasser geweiht, das seit dem Gründonnerstag aus sämtlichen Gefäßen in der Kirche verschwunden war.

Allerdings reicht das Wasser - das übrigens vor seiner Weihe ganz profan aus der Leitung kommt - nicht für ein ganzes Jahr, wie der Geistliche erläutert. Deshalb werde bei Bedarf Nachschub geweiht. Mit dem ganz frischen Wasser der Osternacht werden gewöhnlich die Gläubigen während der Messe besprengt.

In der Propstei hat sich seit ein paar Jahren ein anderer Brauch etabliert. Die Messdiener verteilen Schälchen unter den Anwesenden, die sich dann selbst mit dem Wasser bekreuzigen können. In der Osternacht wird auch erstmals wieder die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Jesu Christi gefeiert. Die österliche Festzeit dauert bis Pfingsten, die gesamte Osterwoche einschließlich Ostermontag wird besonders festlich gehalten.
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