Ophertener Bürger haben sich das Klompenbrauchtum bewahrt

Von: ptj
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Der neue Klompenkönig ist gekrönt: Karl-Heinz Stoffels (2.v.r. mit seiner Frau Manuela) wird gefeiert vom (v.l.) Bürgermeister und Schirmherrn Jürgen Frantzen, dem letzten Klompenkönigspaar Birgit und Georg Küppers sowie Guido Pungg, Vorsitzender der Vereinigten Vereine Opherten. Foto: Jagodzinska

Opherten. In sommerlicher Hitze, die Füße im Sand, ein Glas Caipirinha in der Hand und eine Blumenkette um den Hals, feierten Klompenkönig Karl-Heinz Stoffels und Gattin Manuela die Inthronisierung.

Mit dem scheidenden Klompenkönigspaar Georg und Birgit Küpper, Guido Pungg, Vorsitzender der Vereinigten Vereine Opherten, und Bürgermeister Jürgen Frantzen, der die Schirmherrschaft über die gesamte Pfingskirmes übernommen hat, war beste Stimmung garantiert. Die drei genannten Herren waren es auch, die Stoffels zur Amtsübernahme überredet hatten.

Ophertener Kinderklompenkönige sind die achtjährigen Zwillinge Niklas und Florian Paar. Gefeiert wurde im Rahmen der fünften Mallorcaparty mit dem DJ-Team „Schüberg“ und Ralf Sommer alias Ralf Esser, besser bekannt als Johnny Sanders. Der Newcomer in der Schlagerszene machte mit seiner stimmungsvollen Show Lust, bei schweißtreibenden Temperaturen und kalten Getränken im gut gefüllten Festzelt den Sommer und die Kirmes richtig zu feiern. Nicht fehlen durfte Sommers Hit aus eigener Feder „Ich seh dich“.

Eine Überraschung zu Ehren des Königs gab es am späteren Abend. Bernd Immerath mit dem Künstlernamen „Beasty Bunny“, Sebastian Immerath alias „Basti Bombasti“, Marc Mülfarth, genannt „Horny Marci“ und Norbert Mülfarth alias „Noisy Nobbi“ sorgten für Superstimmung. Als „Muschi Mad Dogs“, in Anlehnung an die „Pussy Cat Dolls“, boten sie ein Cover-Musik- und Tanzprogramm, das es in sich hatte. Sie coverten Ballermann-Hits wie „Nur noch Schuhe an“ von Mickie Krause oder tanzten den Schuhplattler.

Auf seiner Melodica spielte „Noisy Nobby“ Lieder quer durch die Genres an, das feiernde Publikum sang sie gerne zu Ende. Dazu zählten Ohrwürmer wie „Country Road“, aber auch ein Weihnachtslied. Irgendwann fielen die Beinkleider des Quartetts zu Boden, auf ihren Unterhosen war, je nach Aufstellung, der Schriftzug „Igel“ oder „geil“ zu lesen.

An allen drei Kirmestagen führte ein langer Zug mit den Majestäten, allen Ortsvereinen und Ehrengästen durchs Dorf. Auf den Klompenzug am Montag folgte der traditionelle Klompenball, auf dem wirklich noch in Klompen getanzt wird. Die meisten der Holzschuhpaare sind Jahrzehnte alt, sie werden alljährlich vor der Kirmes abgeschliffen und fantasievoll neu bemalt.

Wie Klaus Guillium erzählte, ist der Klompenzug in den 1950er Jahren vom „Geselligkeitsverein“ (GV) Frohsinn ins Leben gerufen worden. Er fand statt im Festzelt an der ehemaligen Gaststätte „Beeck“. Obligatorisch war ein schweißtreibender Klompentanz, bei dem der Mann seine Tanzpartnerin etwa 15 Minuten lang immer wieder in die Luft hob.

Klompenzüge seit 1978

Wer damals „die Klompen geklaut kriegte, wurde bestraft“, erinnerte sich Guillium. Er musste etwa die Zeche des Abends zahlen. Der erste Klompenzug führte 1978 durch den Ort, wie die erste Plakette in der schweren Königskette beweist. Das Klompenbrauchtum feiert noch heute (fast) jeder Ophertener mit viele Gästen aus den umliegenden Dörfern kräftig mit.

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