Oldtimer-Rallye: Freundliche Mienen beim „Gold-Race Indeland“

Von: jago
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Im Innenhof der Zitadelle bot die stattliche Ansammlung alter Schätzchen ein wahrlich beeindruckendes Bild und lud die Teilnehmer des „Gold-Race Indeland“ zum Fachsimpeln ein. Foto: Jagodzinska
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Mit einem Glas Sekt für die Beifahrer und einem alkoholfreien Getränk für die Fahrzeuglenker wurden die Rallyefahrer am Ziel begrüßt.

Jülich. Dem aufmerksamen Beobachter fielen am Samstag bemerkenswert viele Autos im Jülicher Stadtbild auf, deren Kennzeichen mit einem „H“ endete. Diese Kennung ist Fahrzeugen vorbehalten, die mindestens 30 Jahre alt sind und somit als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ eingestuft werden.

Hintergrund für das massierte Auftauchen in der Herzogstadt war die 17. Auflage des vom Motorsportclubs (MSC) Huchem-Stammeln veranstalteten „Gold-Race Indeland“ mit Start und Ziel in unmittelbarer Nähe des Hexenturms.

Bürgermeister Heinrich Stommel gab das Startzeichen für die im Minutentakt startenden knapp 80 Teilnehmer, die sich auf ihre etwa 180 Kilometer lange Route durch Deutschland, Belgien und die Niederlande machten. „Wer hier rast, hat schon verloren“, verriet Michael Gries, der an Start und Ziel fachkundig und mit viel Humor moderierte.

Er gab damit zu erkennen, was bei einer derartigen Rallye zählt. Gefragt sind nämlich Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Geschicklichkeit und gutes Orientierungsvermögen. Auf einer Bordkarte wurden alle relevanten Werte und die geleisteten Sonderprüfungen wie beispielsweise Sollzeitfahrten oder Gleichmäßigkeitsprüfungen mit geheimer Messung vermerkt und zur Ermittlung der Sieger ausgewertet.

Das kleinste teilnehmende Fahrzeug war ein Fiat 500 mit einem 250 ccm Goggomotor, mehr als zwanzigfach ist der 5,7-Liter-Hubraum eines Camaro bemessen. Im Gegensatz zur Vorjahresrallye mit Temperaturen weit über der 30-Grad Marke war es diesmal deutlich ungemütlicher. „In Holland sind wir fast abgesoffen“, berichtete ein Teilnehmer bei der Zielankunft. Ein wahres Eldorado bot sich Oldtimer-Fans später im Innenhof der Zitadelle, wo alle Fahrzeuge während der Siegerehrungen in Reih und Glied zu bewundern waren.

Moderator Michael Gries hatte von den „traumhaften Formen“ eines MG oder vom „unverwechselbaren Sound“ eines Porsche Targa geschwärmt und erläutert, weshalb der Austin Healey 3000 für ihn „das schönste Schwein der Welt“ ist. Zu den erfolgreichsten Rallyefahrerinnen, die diesen Roadster gefahren haben, zählt Patricia Moss, die Schwester der Rennfahrerlegende Stirling Moss. Wegen des schwierigen Handlings in schnellen Kurvenfahrten hatte sie ihn „The Pig“ getauft.

Keine Probleme hatten die Gold-Race-Fahrer mit ihrer Dreiländer-Oldtimerrallye. So schwärmte Kathrin Schürmann, die als Beifahrerin im Mercedes 280 SL Pagode ihres Vaters Klaus mitgefahren und -gearbeitet hatte: „Es hat so richtig Spaß gemacht, perfekte Organisation und ein tolles Starterfeld. Im Gegensatz zu manch anderer Veranstaltung waren sämtliche Streckenposten superfreundlich und hilfreich. Da gab es keine arroganten Schnösel, sondern nur freundliche Gesichter.“ Ein Lob, das nahezu alle Mitfahrer teilten und die Verantwortlichen des MSC Huchem-Stammeln gerne hörten.

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