Jülich - Oktav zu Ehren der seligen Christina

Oktav zu Ehren der seligen Christina

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
Die Christina-Oktav wird in ei
Die Christina-Oktav wird in einer Heiligen Messe mit Verehrung der Reliquien eröffnet. Foto: Jagodzinska

Jülich. Mit dem „Christina-Lied” wurde die heilige Messe in der Propsteikirche zum Auftakt der Oktav zu Ehren der seligen Christina von Stommeln eröffnet. Die entzündeten Apostelleuchten im Seitentrakt und der Schrein der Seligen auf den Altarstufen deuteten bereits auf eine besondere liturgische Feier hin.

Wer und was war diese Frau? Dieser Frage ging Pfarrer Paul Cülter in seiner Predigt nach. Der Priester umriss den Lebenslauf dieser „erstaunlichen Frau”, die 1242 in Stommeln „in eine unruhige Zeit hineingeboren wurde und bereits als Zehnjährige ihr erstes mystisches Erlebnis hatte”. 13-jährig verließ sie den elterlichen Hof und trat in einen Beginenkonvent in Köln ein.

Sie durchlebte „mystische Gotteserfahrungen mit schwer verständlichen Begleiterscheinungen”, besonders in der Karwoche zeigten sich an ihr die Wundmale Christi. Nach einer dreitägigen Ekstase 1259 „hielten die Beginen sie für krank” und schickten sie heim. Auf einem Beichtgang nach Stommeln lernte der schwedische Dominikanermönch Petrus von Dacien Christina kennen und war von ihren mystischen Ekstasen fasziniert. Nahezu 20 Jahre lang waren die beiden eng verbunden.

Ihre Aufzeichnungen und Briefe, die Petrus über Christina zusammenstellte, bilden den Kern des „Codex Iuliacensis”, die Grundlage für die spätere Verehrung. Kurz nach ihrem Tode 1312 berichtete man von Wundern an ihrem Grab in Stommeln, die 1327 zur Gründung eines Stiftes führten. Dieses wurde 1568 nach Jülich verlegt, 1592 folgten ihre Reliquien. 1908 wurde Christina selig gesprochen. Ihr Schrein blieb 1944 im völlig zerstörten Jülich unversehrt. „Es gehört mit zum Geheimnis Christinas, dass sie als Heilige verehrt wurde, obwohl sie nie heilig gesprochen wurde. Sie gründete auch nie ein Kloster oder Stift”, sagte Cülter zusammengefasst.

„Eine erstaunliche Frau, die wir nur erahnen, aber niemals kennen werden. Wir wissen trotz modernster kriminaltechnischer Methoden nicht ganz genau, wie sie aussah”, setzte der Priester nach. Die Mystik sei ein Geheimnis Gottes im Alltäglichen und im Einzelnen. Deshalb sei ein Mystiker nicht in der Lage, Nachweise zu erbringen, er sei darauf angewiesen, dass man ihm glaube. „In innerer Schau verfällt der Mensch in Ekstase, ist nicht mehr ansprechbar und wird von seiner Umwelt fast immer für krank gehalten”.

Christina sei ein Beispiel für die „Wirklichkeit, die uns spüren lässt, dass Gott am Werke ist.” Durch die Hilfe von Heiligen oder Seligen wie Christina wolle Gott unseren „Blick auf die Mystik lenken, eine Erfahrung, die über das Werte-Erleben hinaus geht”. Christina sei uns ein Beispiel „offen zu sein für Gott, Gott an uns heranzulassen”.

Nach der Messe verehrte Cülter in Begleitung der Ministranten den Schrein Christinas und den rechts daneben in einer Reliquienmonstranz befindlichen Schädel und lud die Gläubigen ein, es ihm gleichzutun.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert