bullyparade kino freisteller bully herbig tramitz kavanian

Nur die Grünen lassen die Korken knallen

Von: Jörg Abels und Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
wahl4bu
Die Grünen feierten mit Kandidatin Gudrun Zentis die Verdoppelung ihrer Stimmen und zitterten bis Redaktionsschluss, ob die Politikerin aus Abenden in den Landtag einzieht. Foto: Abels

Kreis Düren. „Auch wenn es nur ein kleiner Trost ist, der Kreis Düren ist zumindest stabil geblieben.” Die dramatischen Verluste der CDU/FDP-Koalition auf Landesebene vor Augen, freute sich Landrat Wolfgang Spelthahn, dass zumindest seine CDU-Parteifreunde Josef Wirtz und Rolf Seel trotz Stimmenverlusten wie erwartet ihre Direktmandate in den Wahlkreisen Düren I und II verteidigen konnten.

Wenige Meter entfernt ließen im Sitzungssaal des Kreishauses die Grünen mit eiligst organisiertem Sekt die Korken knallen und stießen auf die Gewinnerin des Abends an. Gudrun Zentis war überwältigt, rang nach Worten. Mit der Verdopplung der Grünen-Stimmen auf Kreis- und Landesebene stand sie ganz unerwartet mit ihrem Listenplatz 25 auf dem Sprung in den Landtag.

Auf des Messers Schneide

Die ARD führte die Grünen in ihren Hochrechnungen lange bei 24, das ZDF unter Anrechnung von Überhang- und Ausgleichsmandaten bei 25. Das würde reichen. Immer wieder brandete Jubel im Grünen-Lager auf, auch wenn der Einzug der Abendenerin bis zum späten Abend auf des Messers Schneide stand und auch bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht feststand. „Schwarz-Gelb wird es in NRW nicht mehr geben. Das ist auf jeden Fall ein Grund zu feiern, auch wenn es für mich selbst nicht reichen sollte”, strahlte die Familienmutter mit ihren Parteifreunden um die Wette.

Währenddessen zitterte Liesel Koschorreck von der SPD noch. Zwar konnte die Birkesdorferin gegen Rolf Seel im Wahlkreis Düren II im Vergleich zu 2005 Stimmen gewinnen, blieb aber chancenlos im Kampf um das Direktmandat. Und weil die SPD landesweit deutlich mehr Direktmandate als 2005 gewann, platzte ihr Traum vom Wiedereinzug in den Landtag über den eigentlich aussichtsreichen Landeslistenplatz 19. Noch vor Bekanntgabe des offiziellen amtlichen Endergebnisses zog sie einen Schlussstrich. Erstmals seit Jahrzehnten ist die Kreis-SPD damit nicht im Landtag vertreten.

„Das ist bitter für uns, aber auch bitter für die Region”, betonte Jens Bröker, Fraktionschef der SPD im Kreistag. Aber Liesel Koschorreck gab sich kämpferisch. „Ich bin ja nicht weg und werde weiter im Parteipräsidium der NRW-SPD und im Landesvorstand mitarbeiten.” U

nd auch ihr Kollege Peter Münstermann hat Lunte gerochen. Als unbekannter Neueinsteiger in den Wahlkampf gestartet, konnte er gegen Josef Wirtz Stimmen hinzugewinnen, auch wenn der Landwirt aus Schophoven das Direktmandat klar gewann. „Natürlich hätte ich mir landesweit, aber auch selber zwei bis drei Prozent mehr gewünscht”, erklärte Wirtz.

Das Aus der schwarz-gelben Koalition hatte er schnell abgehakt, nicht aber die Möglichkeit der weiteren Regierungsverantwortung der CDU: „Wir werden jetzt auch einmal mit den Grünen Gespräche führen”, kündigte Wirtz an: „Wir können nur hoffen, dass es keinen linken Block in NRW geben wird.” „Mit einer Stimme Mehrheit kann Rot-Grün keine Politik machen”, schätzte auch Rolf Seel die Chancen einer künftigen CDU-Regierungsbeteiligung am Abend noch gut ein.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert