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Notfallhilfe mit bis zu 220 Kilometern pro Stunde

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Schlüsselübergabe für das neue Motorrad im Fuhrpark: Stadtbeauftragter Dr. Dieter Scheidt (r.) übergibt den Schlüssel an Leiter Einsatzdienste Maximilian Jankowski (li.). Ausbilder Gerd Gilson hat Platz genommen.

Jülich. Seit kurzem verfügen die Malteser über ein Einsatzmotorrad. Eine BMW 1200 RT wurde als Sonderfahrzeug für den Jülicher Fuhrpark beschafft. Mit seinen rund 130 PS und rund 220 km/h eilen die Malteser demnächst zu Einsätzen. Beschafft wurde das Motorrad für große Sanitätsdienste, aber auch Kolonnen- und Lotsenfahrten bei Großeinsätzen.

„Mit diesem Sonderfahrzeug sind wir schneller, wendiger und können bei Einsätzen die Zeit medizinisch überbrücken, bis ein geeignetes Transportmittel eintrifft“, sagt Maximilian Jankowski, Leiter Einsatzdienste, der das Motorrad in seinem Fuhrpark hat. Über die Beschaffung im Januar und die geplante Auslieferung muss er ein wenig schmunzeln. „Ich hätte es ja gerne bei BMW in München abgeholt, aber das war mir dann doch ein wenig zu kalt.“ Deshalb wurde das Krad kurzerhand von BMW nach Jülich ausgeliefert.

Insgesamt sechs Fahrer werden nun das Motorrad im Einsatzfall ehrenamtlich besetzen. Besonders stolz ist man, dass Gerd Gilson, im Hauptberuf Polizist und selber passionierter Motorradfahrer von BMW, die Ausbildung der Fahrer begleiten wird.

Auffällig sind die roten Streifen, das Blaulicht und das Martinshorn. Das Zweirad ist mit Funk ausgestattet, der bereits im Helm verbaut ist. Große Staufächer ermöglichen es, reichlich medizinisches Material mitnehmen zu können, sowie einen Defibrillator.

Bei steigenden Temperaturen beginnt für viele Motorradfahrer die neue Zweiradsaison. Nach der Winterpause gingen laut MHD manche mit zu viel Elan heran. Hinzu käme, dass vor allem Nebenstraßen oft noch verschmutzt sind, und der Winter Straßenschäden hinterlassen hat. Jankowksi: „Über die Hälfte aller Motorradunfälle werden aber nach wie vor von Autofahrern verursacht.“ Die müssten sich auch erst wieder an die Verkehrsteilnehmer auf zwei Rädern gewöhnen.

Trotz geeigneter Schutzkleidung gingen Zweiradunfälle oft nicht glimpflich aus. Typische Verletzungen seien Knochenbrüche und schwere Hautabschürfungen. „Ohne Lederkombination, Protektoren, Stiefel und Handschuhe sollte sich niemand auf ein Motorrad setzen, auch nicht als Sozius oder Sozia.“ Zum Thema Helm gilt es laut Maltesern, mit einem Irrtum aufzuräumen: „Im Falle eines Falles muss vom Ersthelfer immer der Helm des verunglückten Motorradfahrers abgenommen werden, wenn dieser nicht bei Bewusstsein ist“ – auch wenn am Helm ein Hinweis stünde, dass er nur vom Notarzt zu öffnen sei.

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