Jülich - Noch kein Beschluss über Jülichs „stille Örtchen”

Noch kein Beschluss über Jülichs „stille Örtchen”

Von: hhs
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Müssen Jülich-Besucher ihre eigene Toilette mitbringen? Noch ist es nicht so weit. Foto: ddp

Jülich. Die Problematik der öffentlichen Toiletten in der Innenstadt sorgte im Hauptausschuss für eine lange Diskussion über Lösungsmöglichkeiten - allerdings ohne zu einem Ergebnis zu gelangen. Vielmehr soll sich der Fachausschuss am 15. Juni erneut mit dem Thema beschäftigen.

Dabei geht es um zwei Aspekte: Einmal um die Initiative „Nette Toilette” und zum zweiten um den Zugang zu Behindertentoiletten mit Hilfe eines einheitlich nutzbaren Euro-Schlüssels. Dafür setzt sich der Verein „Aktion Lebensfreude” ein.

Dessen Vorsitzende Petra Steinbusch übte Kritik an der Verwaltung. Ihr Verein habe das Thema angestoßen und dabei häufiger den Kontakt zur Verwaltung gesucht. Allerdings sei es schwierig gewesen, die entsprechende Mitarbeiterin zu erreichen. Auch monierte Steinbusch, dass zwar der Arbeitskreis Integration und der Seniorenbeirat von der Verwaltung informiert und zu einem runden Tisch geladen worden seien. Ihr Verein sei dabei aber außen vor geblieben. Das könne sie gegenüber ihren Mitgliedern kaum noch erklären, so die Vorsitzende.

Ihre Forderungen: Bei Stadtfesten und anderen Veranstaltungen in der City müsse die Stadt dafür Sorge tragen, eine mobile Behindertentoilette aufzustellen. Zudem müsse bekannt gemacht werden, wo Euro-Schlüssel erworben werden könnten. Der Verein „Aktion Lebensfreude” hat nach Angaben von Petra Steinbusch in der Gaststätte „Franziskaner” in der Baierstraße sowie in dem Geschenkelädchen „G-man” in der Poststraße Euroschlüssel zum Ausleihen hinterlegt.

Was das zweite Thema „Nette Toilette” betrifft, müssen bis zur Ausschuss-Sitzung im Juni noch einige Fragen geklärt werden. Unter anderem wies Katharina Esser vom Amt für Kinder, Jugend und Sozialplanung darauf hin, dass für die Nutzung des deutschlandweit einheitlichen Logos „Nette Toilette” eine einmalige Gebühr von 900 Euro fällig werde.

Ob dann jährlich weitere Nutzungskosten anfallen, ist derzeit nicht bekannt. Nach Auskunft von Katharina Esser haben 10 bis 15 Einzelhandelsgeschäfte ihre Teilnahme an der Initiative „Nette Toilette” angeboten. In anderen Kommunen sei es üblich, dafür eine Aufwandsentschädigung an die Gewerbetreibenden zu zahlen. In Jülich wolle man zunächst versuchen, das durch freiwillige Spenden der Kunden auszugleichen, die für die WC-Nutzung zahlen sollten.

Dr. Helmut Schumacher von der CDU-Fraktion plädierte für die Lösung mit dem Euro-Schlüssel. Den könne sich jeder Bürger mit Behinderung besorgen und ermögliche jederzeit einen Zugang zur Behindertentoilette. Eine „Speziallösung” für Jülich könne zu unangenehmen Situationen für die Betroffenen führen. Auch müsse die Beschilderung der Behindertentoilette in der Galeria Juliacum verbessert werden. Die Toilette sei nur über das Parkhaus zu erreichen und vor allem für Unkundige schwer zu finden. All diese Fragen soll nun der Fachausschuss klären.
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