Linnich - Noch 45 Windkraftanlagen sollen in Linnich entstehen

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Noch 45 Windkraftanlagen sollen in Linnich entstehen

Von: ahw
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Gut gefüllte Zuschauerreihen im Linnicher Rathaussaal zeigten, dass den Bürgern das Thema Windkraft auf den Nägeln brennt. Foto: Wolters

Linnich. Die Nutzung der Windkraft schlägt im Bereich der Stadt Linnich hohe Wellen. Das war auch am Donnerstag im Linnicher Rathaussaal zu spüren, wo sich der Ausschuss für Stadtentwicklung mit dem Thema beschäftigte und Vertreter der Bürgerinitiative(n) zu geplanten Windparks eingefunden hatten, um mit Argusohren die weitere Beratung und den Fortgang der laufenden Bauleitverfahren zu verfolgen.

So dürften die Zuhörer aufgehorcht haben, als Hans-Otto von der Heide vom Büro VDH-Projektmanagement die Zahl von insgesamt 45 Windenergieanlagen in den Raum stellte, die in den Linnicher Vorrangzonen geplant seien. Allerdings kann diese Zahl noch nach unten korrigiert werden, denn kurz vor der Sitzung hatte er ein Fax erhalten, das drei Anlagen fraglich erscheinen lasse.

Warum das so ist, mochte der Projektmanager im öffentlichen Teil nicht verraten. Anzunehmen ist, dass es dabei um weitere Höhenbeschränkungen durch das Militär geht, durch die der Betrieb einzelner Anlagen unrentabel würde. Diese Thematik sei aber, so von der Heide, ein Teil des laufenden Verfahrens.

Doch zunächst erörterte der Ausschuss den zeitlichen Fahrplan für die Ausweisung der Vorrangzone im Bereich Körrenzig, Kofferen und Hottorf. Um den Ausschussmitgliedern sechs Wochen Zeit zum Studium des umfangreichen Unterlagenpakets zu geben, soll die Beratung der Bauleitverfahren am 11. März im Ausschuss für Stadtentwicklung erfolgen. Der Stadtrat soll den Satzungsbeschluss am 27. März fassen, wodurch Rechtsanspruch auf eine Baugenehmigung entstünde.

Dieser Zeitrahmen war der CDU-Fraktion zu klein, für die Wilfried Meisen eine Debatte für Mitte Mai beantragte, um sich intensiv einarbeiten zu können. Dieser Antrag fand indes keine Mehrheit, wobei Ausschussvorsitzender Hans-Friedrich Oetjen (SPD) betonte, dass auch im März ergebnisoffen diskutiert werde. „Wir müssen sehen, wo wir dann stehen.“

Ein Knackpunkt könnten die ökologischen Ausgleichsflächen sein, die ebenfalls referiert wurden. Eine Mitarbeiterin des Büros VDH führte aus, dass für das Öko-Konto Körrenzig 6,4 Hektar vertraglich gesichert und mit der Unteren Landschaftsbehörde (ULB) abgestimmt seien. Der Haken: Alle Flächen befinden sich in der Rur-aue, also fernab des Windparks.

Karl-Heinz Hilfert (Bündnisgrüne) betonte, dass seine Fraktion einen anderen Ansatz verfolge und einen ökologischen Ausgleich vor Ort bevorzuge, „um die Rübensteppe aufzuwerten. Warum soll das an den Ortsrändern nicht möglich sein?“ Nach Aussagen von der Heides stehe die Ruraue an „allererster Stelle“ für Ausgleichsflächen.

Im gesamten Stadtgebiet Linnich seien darüber hinaus rund 150 Grundstücke einer Eignungsprüfung unterzogen worden. Die Flächen für Körrenzig seien juristisch einwandfrei eingeführt worden. Beim Abwägungsprozess in der Vorrangzone Gereonsweiler sei man flexibler. Um hier Klarheit zu schaffen, möchte von der Heide zur nächsten Ausschusssitzung Fachleute der ULB und Landwirtschaftskammer einladen. Oetjen: „Alles muss auf den Tisch.“

Eine weitere Information des Büros VDH betraf den Stand der Dinge bei der Vorrangzone Gereonsweiler, für die 2011 22 Anlagen geplant waren. Da der ehemalige Hof Dennemann nicht mehr für Wohnzwecke genutzt wird, ist sogar eine Erweiterung der Fläche möglich. Zudem seien Anpassungen der Abstandsflächen zu Hochspannungsleitungen erfolgt, andererseits stünden Höhenbeschränkungen im Raum. Vor Bürgerversammlung und Satzungsbeschluss bleibt viel zu tun.

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