Radarfallen Blitzen Freisteller

Nikolaus übergibt den Piraten den Kirchenschatz und rettet das Volk

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
Eröffnung des Nikolausnachmit
Eröffnung des Nikolausnachmittags an der Außenkrippe. Erstmals wird der Heilige Mann, der schon 1700 Jahre alt ist, von einem lieben Knecht Ruprecht unterstützt. Foto: Jagodzinska

Jülich. Wenn der Nikolaus zur Außenkrippe kommt, öffnet der Himmel seine Schleusen. So jedenfalls empfand es Ulrich Backhausen in den Gewändern des Heiligen Mannes.

Unlängst bei der Eröffnung der Außenkrippe hatte ein Regenguss für einen Stromausfall gesorgt. Diesmal steigerte sich der Regen in einen Hagelschauer, der kurzzeitig die Straßen Jülichs weiß bedeckte, glücklicherweise erst nach Einzug in die Stadtbücherei. „Weil der Nikolaus schon ein so alter Mann ist” - er wurde vor etwa 1700 Jahren geboren - begleitete ihn diesmal ein lieber Knecht Ruprecht zur Unterstützung (Cornelia Langen).

Zur Eröffnung der Nikolausfeier, einer Veranstaltung der Straßengemeinschaft Kleine Rurstraße/Grünstraße und der Stadtbücherei, spielten 13 Musikschüler unter Leitung von Klaus Luft an der Krippe im „Grünen Haus” auf ihren Blechblasinstrumenten „Ihr Kinderlein kommet” und „Morgen kommt der Weihnachtsmann”. Gerne stimmten die Gäste, vor allem Familien, in die Klassiker mit ein. Dann beeilte sich die Gemeinschaft, in die warme Stadtbücherei zu ziehen, wo Plätzchen, Glühwein und Kakao auf sie warteten. Dort nahm der Heilige Mann erschöpft auf einem Korbstuhl Platz, während Gastgeber Werner Wieczorek die Gäste begrüßte.

Nach den Lesungen war jedes Kind, das ein Gedicht einstudiert hatte, eingeladen, es dem Nikolaus vorzutragen. „Alle Jahre wieder” spielte die Bläsergruppe der Musikschule, begleitet von den Besuchern. Dann schlugen die Lesepatinnen Renate Grossmann und Edda Koch ihre Bücher auf und starteten ihre kindgerechten und anschaulichen Lesungen. Unter der Vielzahl der Legenden um den Heiligen hatten sie unter anderem diese ausgesucht: Drei Geschwister litten in Myra Hunger. Ein Mann im langen Mantel und ein Knecht wiesen sie an, auf die Getreideschiffe zu warten. Als diese endlich sichtbar wurden, tauchten Seeräuber auf, die ein Schiff voller Gold für das Getreide einforderten.

Die Leute opferten ihren letzten Schmuck, doch er reichte nicht aus. Für jedes fehlende Pfund Gold forderten die Piraten jetzt ein Kind, um es als Sklave verkaufen zu können. Da übergab der Bischof den gesamten Kirchenschatz und rettete das ganze Volk. Eine zweite Geschichte handelte von einer armen Familie in Myra, die hungerte und warme Kleidung entbehrte. Als Nikolaus von Myra davon erfuhr, standen morgens jeweils gefüllte Säcke vor der Türe, die die Familie aus ihrer Not retteten.

Ein interessantes Detail am Rande ist die Tatsache, dass die gefürchtete Rute des Knechts Ruprecht keineswegs nur Strafe bedeuten muss - im Gegenteil: Der Gehilfe des Heiligen Nikolaus schlägt den Menschen mit einer Rute aus immergrünen Zweigen leicht auf die Schulter und gibt ihm damit Lebenskraft. Fragen zu den Geschichten wie solche an den Nikolaus wurden gerne beantwortet. Der Heilige Mann hatte rund 50 Tüten im Gepäck, die die Straßengemeinschaft gemeinsam mit der Stadtbücherei gefüllt hatte. Jedes Kind erhielt eine davon. Neben Süßigkeiten enthielten sie das Kinderheft „Mein erstes Zahlenbuch” oder „Mein erstes Lesebuch” eine Info-Broschüre über die Bibliothek, ein kleines Spielzeug, Radiergummi oder ähnliches und einen Stundenplan.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert