Jülich - Neues Bündnis gegen rechtsmotivierte Schmierereien

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Neues Bündnis gegen rechtsmotivierte Schmierereien

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Sie sind einige der Menschen hinter der Jülicher Erklärung: (unten, v.l.) Gabriele Spelthahn, Dr. Peter Jöcken, Bilal Bakkar, (oben, v.l.) Heinz Spelthahn, Claudia Konnert und Anne Gartzen. Foto: Guido Jansen

Jülich. Hakenkreuze und SS-Runen sind seit Monaten in Jülich an vielen Ecken zu sehen. Die Polizei hat bisher keinen der unbekannten Täter fassen können, die ihren Fremdenhass mit den Schmierereien immer wieder zum Ausdruck bringen.

„Wir wollen diese Schmierereien nicht mehr länger ertragen müssen. Das ist schlimm wie noch nie“, sagt Gabriele Spelthahn von der Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für Toleranz. Deswegen haben sich mehrere Organisationen und Glaubensgemeinschaften zusammengetan, um ein Zeichen gegen die fremdenfeindlichen Symbole zu setzen.

Am Donnerstag ist die Initiative auf dem Jülicher Wochenmarkt vertreten. Von 10 bis 13 Uhr haben alle die Möglichkeit, die Jülicher Erklärung gegen Rassismus und Ausgrenzung und für Toleranz und Vielfalt zu unterschreiben. Am Abend folgt dann am 18 Uhr im Kulturbahnhof eine von den Jülicher Jusos organisierte Veranstaltung zum Thema Rechtsextremismus.

Spontane Idee

Entstanden ist die Idee zur Jülicher Erklärung auf einer Feier der Jülicher Gesellschaft zu Ehren des goldenen Priester-Jubiläums von Dr. Peter Jöcken. Marco Maria Emunds hatte die Idee, dein gemeinsames Zeichen zu setzen. Deswegen haben sich jetzt spontan die Katholische Heilig Geist Pfarre, die Evangelischen Kirchengemeinde, die Freie Evangelische Gemeinde, der Marokkanischen Kulturverein Islamisches Zentrum, die Jüdischen Gemeinde Aachen und die Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz.

„Wir sind sehr erfreut, dass es uns spontan gelungen, fünf Glaubensgemeinschaften zu finden, die die Erklärung unterstützen“, sagt Spelthahn. Die Erklärung sei keine abgeschlossene Sache, sondern eine Einladung. Jede Privatperson und jede Einrichtung, die als Unterzeichner unterstützen will, sei herzlich dazu eingeladen.

Erklärung im Wortlaut

1) Jülich ist eine Stadt, in der die Herkunft, das Aussehen und der Glaube eines Menschen keinen Vorzug oder Nachteil für das Ansehen der Person mit sich bringen soll.

2) Jülich ist eine Stadt, in der sich jede Bürgerin und jeder Bürger klar zu den Rechten und Pflichten der demokratischen Grundordnung bekennen soll.

3) Jülich ist eine Stadt, in der es für die menschenverachtenden und ausgrenzenden Ansichten von Fremdenhass, Rassismus oder Antisemitismus keinerlei Raum geben soll. 4) Jülich ist eine Stadt, in der die kulturellen, religiösen und individuellen Unterschiede als Bereicherung wahrgenommen und miteinander in ihrer Vielfalt gelebt werden sollen.

5) Jülich ist eine Stadt, in der die Bürgerinnen und Bürger sich als Gemeinschaft verstehen und füreinander aktiv Verantwortung tragen sollen.

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