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Neuer Fall: Legionellenquelle vor zwei Wochen noch aktiv

Von: Volker Uerlings und Wilfried Goebels
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Legionellen Bakterien Symbol Symbolfoto
Der Kreis Düren hat am Donnerstagabend einen neuen Legionellenfall bestätigt. Foto: dpa

Düsseldorf/Jülich/Eschweiler. Der Kreis Düren hat einen neuen Fall der Legionellenbedingten Lungenentzündung gemeldet. Wieder ist ein älterer Mensch aus Jülich betroffen, der aber rechtzeitig behandelt werden konnte und dem es den Umständen entsprechend gut gehe, wie unsere Zeitung beim Kreisgesundheitsamt erfahren hat.

Erkrankungsbeginn war nach Angaben der Behörde der 24. September. Das ist somit der aktuell letzte nachgewiesene Erkrankungsbeginn (bisher 15. September). Bei einer Inkubationszeit von zwei bis zwanzig Tagen liegt der Ansteckungszeitpunkt somit höchstwahrscheinlich vor dem 18. September. Dies ist von Bedeutung, da an diesem Tag die Suche der Quelle und die Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs erst begonnen haben. „Insofern zeigt dieser neuerliche Fall lediglich, dass die mutmaßliche Quelle zu diesem Zeitpunkt noch aktiv war“, heißt es in einer Mitteilung des Landesumweltministeriums.

Da zwischenzeitlich alle bekannten und in Frage kommenden potentiellen Quellen untersucht und im Zweifelsfall ausgeschaltet worden seien, erlaube dieser 31. Fall laut Kreis Düren keine Aussagen zur aktuellen Ansteckungsgefahr über die Luftwege in Jülich. Das Gesundheitsamt weist aber darauf hin, dass bei Fieber ein Arzt aufgesucht werden sollte, solange eine Ansteckungsgefahr nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Bei frühzeitiger adäquater Behandlung sei eine Lungenentzündung mit Legionellen sehr gut zu beherrschen.

Ob einer der beiden möglichen Verursacher - ein Rückkühlwerk des Forschungszentrums Jülich oder das Kraftwerk Weisweiler - die Krankheitswelle und auch den aktuellen Fall ausgelöst haben, ist unklar. Erst in der nächsten Woche erwarten die Behörden weitere Ergebnisse von Untersuchungen des Speziallabors in Dresden. Das belastete Kühlwerk im Forschungszentrum wurde am 26. September abgeschaltet, der Block F des Kraftwerks Weisweiler am 30. September.

Alle Kraftwerke und deren Kühltürme in Nordrhein-Westfalen werden nach dem Legionellen-Ausbruch in Jülich auf eine Belastung mit dem gefährlichen Erreger untersucht. Diese Reaktion hat Umweltstaatssekretär Peter Knietsch (Grüne) nach einem Expertengespräch mit Vertretern aus Ministerium, Kreisen und Kraftwerksbetreibern in Düsseldorf angekündigt.

Im Kühlwasser des Braunkohlekraftwerks Weisweiler waren ungewöhnlich hohe Legionellen-Werte festgestellt worden. So wurden etwa im Kühlwasser des nun abgeschalteten Blocks 61 .500 Legionellen-Kolonien pro 100 Milliliter gefunden. Zum Vergleich: Der Richtwert für Rückkühlwerke liegt bei 1000 Kolonien pro 100 Milliliter. Wie unsere Zeitung weiter erfuhr, muss der Block im Kraftwerk Weisweiler desinfiziert werden. Er soll nur in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden wieder angestellt werden.

Nach dem Verursacher der Erkrankungen wird weiter mit Hochdruck gesucht. In den letzten Tagen hatten die Behörden rund 100 Proben genommen, um weitere Legionellen-Belastungen in Anlagen oder Gewässern zu entdecken. Die Ergebnisse der Proben sollen Mitte nächster Woche vorliegen. Inzwischen sind nach Angaben des Leiters des Gesundheitsamtes Düren, Norbert Schnitzler, alle relevanten Rückkühlanlagen in Jülich erfasst.

Bestätigt wurde vom NRW-Umweltministerium, dass bei drei Erkrankten, bei denen eine Probe entnommen werden konnte, der Legionellen-Typ „Serotyp 5“ nachgewiesen worden sei. Die Laborergebnisse einer vierten Patientenprobe liegen noch nicht vor, wie Norbert Schnitzler auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte.

Das ist eine wichtige Erkenntnis, weil der Nachweis einer möglichen Quelle der Legionellose durch drei identische Ergebnisse sicherer wird. Wenn sich in den Proben aus dem Forschungszentrum, aus dem Kraftwerk oder anderen Fundorten ebenfalls Legionellen dieses Serotyps nachweisen lassen, ist die „Quelle“ mit hoher Wahrscheinlichkeit zu bestimmen und auszuschalten.


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