Siersdorf - Neuer Anlauf zur Rettung der Kommende Siersdorf

Neuer Anlauf zur Rettung der Kommende Siersdorf

Von: Antonius Wolters
Letzte Aktualisierung:
kommende4-
Imposantes Bauwerk, maroder Zustand: Laut Machbarkeitsstudie müssen rund 360.000 Euro investiert werden, um den Bestand der Siersdorfer Kommende zu sichern. Foto: Zantis

Siersdorf. Neben der Jülicher Zitadelle zählt die Siersdorfer Deutschordens-Kommende zu den bedeutendsten Baudenkmälern im Jülicher Land. Während das Festungsbauwerk in der Herzogstadt längst wieder glänzend dasteht, ist die Kommende nach der teilweisen Zerstörung im Krieg in einen Dornröschenschlaf gefallen.

Aus unterschiedlichen Gründen ist es in über 60 Jahren nicht gelungen, die seit 15 Jahren unter Denkmalschutz stehende Ruine wieder wachzuküssen.

Derweil hat die Witterung dem ungeschützten Mauerwerk - das Dach fehlt - schon so stark zugesetzt, dass es „drei vor zwölf ist”, wie Guido von Büren, Vorsitzender des Fördervereins Kommende, die aktuelle Situation beschreibt.

Der Förderverein und die Erbengemeinschaft als Eigentümerin der Kommende unternehmen gerade einen neuen Anlauf, um das Denkmal baulich zu sichern.

Machbarkeitsstudie beauftragt

Um das „komplizierte Projekt”, so von Büren, in Gang zu setzen, nahmen Förderverein und Eigentümer zunächst Geld in die Hand und finanzierten eine Machbarkeitsstudie, um Umfang und Kosten der notwendigen Sicherungsmaßnahmen abzuschätzen.

Die Architekten Ekkehard Kandler und Volker Kirsch erstellten im vergangenen Jahr eine Bestandsdokumentation, in die auch ein Statiker einbezogen war.

So sind die nach dem Krieg eingezogenen Betondecken zwar sanierungsbedürftig, derzeit halten sie aber noch das Gebäude zusammen. Handlungsbedarf besteht dagegen bei einem der vier Ecktürme, der akut bedroht ist.

So sieht das mit einem Kostenaufwand von rund 360.000 Euro verbundene Sicherungskonzept neben Arbeiten an Fundament und Mauerwerk auch und vor allem eine Notdach-Konstruktion vor, um die Bausubstanz einigermaßen konservieren zu können.

Außerdem werde so „das Zeitfenster für eine weitergehende Lösung vergrößert”, sagt der Vorsitzende des Fördervereins. Der soll auch - ähnlich wie es der Förderverein Festung Zitadelle Jülich für die Sanierung von Burg Engelsdorf tut - die Umsetzung des Sicherungskonzeptes koordinieren und dabei helfen, 2009 öffentliche und private Geldquellen „anzuzapfen”.

So liegt die Studie sowohl der Bezirksregierung in Köln als auch der Gemeinde Aldenhoven vor. Um Unterstützung gebeten wurden unlängst bei einem Besuch auf Burg Engelsdorf auch die Abgeordneten Josef Wirtz (Landtag) und Thomas Rachel (Bundestag), der sich in Siersdorf durch die Kommende führen ließ.

Neben Förderprogrammen der öffentlichen Hand sind auch diverse Stiftungen potenzielle Ansprechpartner. Nicht zuletzt hat die Deutschordens-Kommende einen Platz im „Indeland”-Maßnahmenkatalog gefunden und gilt als Ankerpunkt für die unter touristischen Aspekten geplante Reaktivierung der „Via Belgica”, die einst in Sichtweite der ehemaligen Wasserburg verlief. Es ist sicher lohnend, das Potenzial dieses bedeutenden Baudenkmals zu aktivieren, so lange es noch steht.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert