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Neue Veranstaltungsreihe: Neu-Jülicher stellen ihre alte Heimat vor

Von: Mira Otto
Letzte Aktualisierung:
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Bertrand Kisife stellte während der ersten Veranstaltung „Ich stelle meine Heimat vor!“ Kamerun vor. Foto: Mira Otto

Jülich. Es gibt eine neue Veranstaltungsreihe im Stadtteilzentrum Nordviertel, die „Ich stelle meine Heimat vor!“ heißt. Anlässlich der ersten Veranstaltung dieser Reihe stellte Bertrand Kisife sein Heimatland Kamerun vor. Anschließend kam es zu einer lebhaften Diskussion über die politische Lage des afrikanischen Landes.

Seit 2010 lebt Kisife in Deutschland, davon sechs Jahre in Jülich. Momentan schreibt er an seiner Masterarbeit an der Fachhochschule Aachen Campus Jülich. Dort studiert er Energiesysteme.

„Woran denkt ihr, wenn ihr an Kamerun denkt“, fragte er zu Anfang seines Vortrages. „Heiß, irgendwo in Afrika und tropisch“, mehr fiel dem Publikum in den Räumlichkeiten des Stadtteilzentrums Nordviertel nicht ein.

Als Kisife dann eine Karte an die Wand projizierte, folgte ein Aha-Erlebnis. Dann erzählte der Kameruner, der „zu Hause ist, wo er sich wohlfühlt“, von zehn Regionen mit unterschiedlichen Kulturen sowie von wunderschönen Landschaften. So sagte er: „An der traditionellen Kleidung kann man genau erkennen, aus welcher Region ein Kameruner kommt. Wie bei einem Dirndl. Da denkt man auch sofort an Bayern.“

Etwas lustiger wurde es, als Bertrand Kisife die kamerunische Flora vorstellte und ein Bild einer Pflanze zeigte. „Das ist ein Kürbis, eine Paprika“, rieten die Zuschauer wild durcheinander. „Das ist keine Paprika“, sagte der schmunzelnde Kisife und führte fort: „Das ist ein Cashewbaum.“

Während der anschließenden Diskussion nach dem Vortrag wurde es ernster. Aufgrund einer Nachfrage zu dem Präsidenten, der seit „Ewigkeiten“ an der Macht ist, hielt Kisife eine brennende Rede: „Der Präsident kauft sich seine Macht bei der Opposition. Eigentlich haben wir keine Demokratie.“

Dann erhob sich im hinteren Zuschauerbereich eine Frau, die sagte: „Das liegt auch an den Interessen Frankreichs, das, um seine Vorrechte an den dort vorkommenden Bodenschätzen zu erhalten, den Präsidenten unterstützt.“ Im weiteren Verlauf stellte sie sich als die gebürtige Kamerunerin Isabelle Mafoppa Fomat vor. Dazu stellte Beatrix Lenzen, ihres Zeichens städtische Quartiersentwicklerin, fest: „Es ist also ähnlich wie in der Kolonialzeit.“

Lenzen ist auch, mit dem Ortsvorsteher Jülich-Nord, Peter Schmitz, Initiatorin der Veranstaltung. „Jülich ist international, aber die unterschiedlichen Nationalitäten leben manchmal nebeneinander.“ Das wolle man mit der Veranstaltungsreihe „Ich stelle meine Heimat vor!“ ändern, so Lenzen.

Sie kündigte an, dass es nach den Sommerferien den nächsten Vortrag geben werde. Ein bestimmtes Thema sowie ein genaues Datum des nächsten Vortrages seien noch nicht bekannt. „Für mich ist das Vorstellen meiner Heimat auch Integration, da sie Initiative und Aktivität braucht. Ich möchte den Hörern meine Kultur näherbringen, damit sie mich besser verstehen“, sagte Bertrand Kisife zu dem Effekt der Reihe.

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