Neue Bleibe für die Referendare

Von: Volker Uerlings
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Der Charme der 50er Jahre: Das
Der Charme der 50er Jahre: Das Studienseminar in der Kurfürstenstraße gleich neben dem Krankenhaus Jülich ist zu klein und zu marode geworden. 500 Lehramtsanwärter werden hier ausgebildet. Foto: Uerlings

Jülich. Ein bisschen dauert es noch, aber dann hat Heinz Derichs Grund zum Strahlen. Der Leiter des früheren Studienseminars Jülich - heute: Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) - und „seine” rund 500 Referendare bekommen endlich ein vernünftiges Dach über dem Kopf.

Die Räume der Lehrerausbildung in der Kurfürstenstraße waren nicht nur sanierungsbedürftig, sondern schlicht nicht ausreichend. Das ist in der neuen Bleibe in der Bastionstraße anders, denn dort bezieht das ZfsL 1700 Quadratmeter und verbessert sich um 1000 Quadratmeter.

Damit ist ein seit Jahren bestehendes Problem in Jülich gelöst. Aber wie so oft in dieser Stadt tut sich dadurch ein neues auf: Mit dem Wegzug aus der Kurfürstenstraße entfällt ab Ende 2013 auch eine sehr wichtige, wenn auch alte Sporthalle, die von zahlreichen Vereinen und Gruppen genutzt wird.

Zunächst zum Erfreulichen: Schon zum 1. September kann das Zentrum über einen Teil der neuen Räume verfügen - theoretisch. Derichs: „Das 1. Obergeschoss haben wir schon übernommen. Zum 1. Januar 2014 werden wir komplett umziehen.” Das ehemalige Studienseminar hängt finanziell am „Tropf” des Landes und bekommt seine Gelder über die Bezirksregierung. Nach NRW-Neuwahlen und Haushaltssperre in diesem Jahr gibt es Verzögerungen. Aber die Perspektive ist da.

Die große Immobilie an der neuen Adresse Bastionsstraße ist im Besitz der Deutschen Telekom. Und der Vermieter kommt dem Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung nach Angaben von Heinz Derichs entgegen. Die Räume „werden unseren Vorstellungen entsprechend umgebaut”.

Das dürfte die Außenwirkung erheblich verbessern. Wie wichtig das ist, erklärte Marco Maria Emunds (SPD) im Ausschuss für Jugend, Familie, Schule und Sport, der selbst im Studienseminar alter „Art” ausgebildet wurde: Da angehende Lehrer aus dem großen Umkreis zum Teil erstmals nach Jülich kommen, sei durch die mangelhafte Unterbringung ihr Bild von der Stadt nicht das beste gewesen.

Der Ausschuss wurde in seiner jüngsten Sitzung indes auch über ein durch den Umzug entstehendes Problem informiert. Der Eigentümer des Studienseminars und der Turnhalle in der Kurfürstenstraße ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes. Auf Nachfrage der Stadt gab es vom BLB keine Auskunft darüber, was er mit den Gebäuden vorhat. Es ist vermutlich nicht weit her geholt, einen Verkauf der Immobilie in bester Citylage zu vermuten.

Wie dem auch sei: Es ist nicht davon auszugehen, dass die Sporthalle erhalten bleibt. Deren Wegfall wiegt schwer. Wie Sportamtsleiter Gert Marx auf Nachfrage schilderte, sei die Auslastung wie in allen anderen Jülicher Hallen sehr hoch: „Es gibt gar keine Lücken bei den Hallenzeiten!” Das Gebäude in der Kurfürstenstraße werde werktäglich von 15 bis 22 Uhr ohne Pause genutzt - und auch samstags von drei Gruppen. Zu den Nutzern zählen die Volkshochschule, Betriebssportler, der Jülicher Turnverein, die Ski-Gilde, Fußball-Jugendteams und andere.

Ende 2013 hätte die Stadt Jülich binnen fünf Jahren drei Sporthallen verloren und eine dazu bekommen. Nicht mehr zur Verfügung stehen die der Realschule, der alten Schirmerschule und dann in der Kurfürstenstraße. Dem steht der Neubau der 1,5-fach Halle der Katholischen Grundschule gegenüber. Die Sporthalle der neuen Schirmerschule ist hier außen vor, weil durch das Finanzierungsmodell sehr hohe Nutzungsentgelte anfallen, die sich die Vereine nicht leisten wollen oder können, wie Harald Garding (SPD und Vorsitzender des Jülicher TV) darlegte.

Winfried Cremerius (FDP) sprach von einem „hausgemachten Problem”, schließlich hätte die Stadt zwei Hallen „für relativ kleines Geld” sanieren können. Er meinte die der Realschule und die kürzlich abgerissene der alten Schirmerschule.
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