Nachwachsende Rostoffe: Hoffnungsträger heißt „Silphie“

Von: hfs.
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Für Professor Ulrich Schurr (2.v.r.) ist die „Silphie“ eine vielversprechende Biogaspflanze. Ihre Vorzüge erläuterte er den Besuchern Dietmar Nietan, Svenja Schulze (v.l.) im Beisein von Vorstandschef Achim Bachem. Foto: hfs.

Jülich. Vor rund drei Jahren schlossen sich das Forschungszentrum Jülich, die RWTH Aachen und die Universitäten Düsseldorf und Bonn zum so genannten Bioecononomy Science Center (BioSC) zusammen. Dieser Verbund betreibt als wissenschaftliches Kompetenzzentrum Forschung für eine nachhaltige Bioökonomie.

Mit 58 Millionen Euro wird dieses Strategieprojekt in den nächsten zehn Jahren durch Bund und Land gefördert. Und NRW-Innovationsministerin Svenja Schulze „ging“ nun im wahrsten Sinne des Wortes regenerativen Pflanzen an die Wurzel. Sie besuchte Professor Ulrich Schurr, Institutsleiter für Pflanzenforschung im Forschungszentrum Jülich.

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Bioökonomie will so schnell und effizient wie möglich den Industrie-Rohstoff Erdöl ablösen. Das geschieht mittels effizienter Nutzung der biologischen Ressourcen Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen. „Hin zur biobasierten Wirtschaft“ hieß es im Mai diesen Jahres, als sich das Bioökonomie-Zentrum über den Geldsegen von rund 58 Millionen Euro freuen durfte. Dem Zentrum sind über 50 Institute angeschlossen, die alle ein gemeinsames Ziel haben: neue biologische Ressourcen als Basis für nachhaltiges Wirtschaften zu schaffen.

In Zeiten des Klimawandels müssen sich auch Pflanzen auf höhere Temperaturen und geringere Wasserzufuhr einstellen. Manche Gewächse geraten dabei schnell an ihre Grenzen. „So ist denn eine Pflanze gefragt, die wenig Wasser und möglichst wenig Nährstoffe braucht“, zeigte Ulrich Schurr seiner Besucherin – begleitet wurde Schulze vom SPD-Bundestagsabgeordneten Dietmar Nietan – zum Beispiel eine Züchtung von Zuckerrohrpflanzen. Oder aber die bis zu vier Meter hoch wachsende Becherpflanze, eine in Nordamerika beheimatete Art aus der Familie der Korbblütler. Sie ist eine ausdauernde und mehrjährige Pflanze, die aufgrund ihrer großen Biomasseproduktion als Energiepflanze angebaut werden kann. „Eine typische Biogaspflanze“, erläuterte Schurr.

Anspruchslos und mehrjährig, stelle sie keine besonderen Anforderungen an Klima, Boden, Nährstoff- und Wasserversorgung. Sie ist pflegeleicht, wirkt durch die Durchwurzelung des Bodens der Erosion entgegen und bringt mit einer Wuchshöhe von bis zu vier Metern viel Biomasse. Dank ihres dichten Blattwerks und der dadurch bedingten Beschattung des Bodens müssen ab dem zweiten Anbaujahr keine Herbizide mehr eingesetzt werden. „Silphie“, so der botanische Namen, ist genügsam und kann, anders als Mais, auch Trockenzeiten gut überstehen. Außerdem, so erfuhr die Ministerin, sei der Arbeitsaufwand vergleichsweise gering. Denn einmal gepflanzt, kann sie eineinhalb Jahrzehnte jedes Jahr geerntet werden.

Ob Baumwolle oder Holz – nachwachsende Rohstoffe, land- und forstwirtschaftlich erzeugte Produkte also, die nicht als Nahrungs- oder Futtermittel verwendet, sondern stofflich oder zur Erzeugung von Wärme, Strom oder Kraftstoffen genutzt werden, sollen den notwendigen Strukturwandel hin zu einer nachhaltigen biobasierten Wirtschaft ermöglichen. „Dem Bioeconomy Science Center kommt zudem nicht zuletzt im Rahmen der Innovationsregion Rheinisches Revier eine zentrale Rolle zu“, meinte Ministerin Svenja Schulze. Als Beispiel diene die enge Zusammenarbeit von RWE Power und Forschungszentrum. Ziel eines gemeinsamen Projektes sei, das Treibhausgas CO² in Algen zu speichern, die wiederum als Biomasse erneut der Energieerzeugung dienen könnten.

Begrüßt wurden die Besucher von FZJ-Vorstandschef Professor Achim Bachem. Zudem suchten Schulze und Nietan den Kontakt zum Betriebsrat des Forschungszentrum.

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