Nachmittag wird an der Realschule normal

Von: Otto Jonel
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Auf dem Papier ist die Nachmittagsbetreuung skizziert. Am Montag gibt Schulleiterin Reinhild Behr-Bennemann den Start zur praktischen Umsetzung. Foto: O. Jonel

Linnich. Die Zeiten, in denen der Schulgong mittags um 13 oder 13.15 Uhr den „Feierabend” der Pennäler einläutete, sind Vergangenheit. Heute sind selbst Grundschulen bis weit in den Nachmittag hinein bevölkert. Nicht zuletzt, um Müttern die Möglichkeit zu eröffnen, einem Beruf nachzugehen.

In Linnich wird ab Montag der „Nachmittag” an der Realschule eine neue Qualität bekommen. Die Betreuung über Mittag und in den Nachmittag hinein wird eingerichtet.

7. und 8. Stunde

„Laut Stundentafel muss ein Realschüler 188 Wochenstunden in sechs Jahren haben. Das heißt, dass wir sowieso an einem Nachmittag Unterricht anbieten müssen”, relativiert Schulleiterin Reinhild Behr-Bennemann die Neuerung ein wenig.

Meist sind es keine „Denkfächer”, die nach der 6. Stunde auf dem Plan stehen. Neu ist, dass das freiwillige Angebot auf alle Nachmittage in der 7. und 8. Stunde ausgeweitet werden soll. Möglich wird das durch das Förderprogramm des Landes unter dem plakativen Titel „Geld oder Stelle”.

Schulen, die daran teilnehmen, hatten die Wahl, entweder über zusätzliche Personalstellenanteile oder aber über einen frei verfügbaren Geldbetrag die Übermittagsbetreuung zu gewährleisten. „Wir haben uns für das Geld entschieden”, sagt die Linnicher Rektorin.

12.500 Euro stehen der Realschule pro Halbjahr zur Verfügung. Verwalter ist der Förderverein der Realschule, der vergleichbar den außerschulischen Trägern bei Offenen Ganztagsgrundschulen die Mittel verwaltet - natürlich in enger Abstimmung mit der Schule. Mit diesem Partner aus dem unmittelbaren Schulumfeld sei eine enge Vernetzung von Vormittags- und Nachmittagsbereich garantiert, erklärt Reinhild Behr-Bennemann

„Das Angebot für die Schüler im Nachmittag bezieht sich auf verschiedene Bereiche und Altersstufen”, erläutert Reinhild Behr-Bennemann. Und es basiert auf Freiwilligkeit - abgesehen von den Pflichtstunden. Der Nachmittagsangebot beginnt kulinarisch. „Wir haben ja keine Mensa”, wird sich die Realschule mit der Ausgabe von - vielleicht auch warmen - Snacks bescheiden.

Das Angebot an AG oder Aktivitäten ist noch nicht endgültig festgeklopft. „Wir denken über Bewegungsspiele nach, über ein Tanzangebot oder einen Trommelkurs.” Als Angebot beschlossen sind bereits zwei Kommunikationskurse im Fach Englisch - beide schon ausgebucht - ebenso wie ein Mofa-/Rollerkurs für die „Zehner”. Dieser Kursus, der der Flut der Anmeldungen höchstwahrscheinlich nur mit einem Auswahlverfahren Herr werden kann, wird geleitet von einer qualifizierten Kraft mit der Lizenz zur Prüfbescheinigung. Auch die Theater AG ist schon eine feste Säule des Nachmittagsangebots.

Praxiserfahrung

Interessant ist die Hausaufgabenbetreuung, auf die Schüler der jüngeren Jahrgangsstufen zurückgreifen können. Lehramtsstudenten werden die Schüler in Kleingruppen betreuen. Eine Situation mit Doppeleffekt. Die Schüler profitieren vom Lernen im Team und der individuellen Betreuung; die Lehramtsstudenten sammeln erste Praxiserfahrung an der Schulfront und verdienen sich nebenbei etwas zur Finanzierung der Studiengebühr hinzu.

Dass das „Paket” noch nicht fest geschnürt ist, sondern noch offen für die ein oder andere Angebotsidee, ist für Reinhild Behr-Bennemann überhaupt kein Nachteil. „Wir müssen noch lernen, mit dem Programm und dem Geld umzugehen.”

Wenn in die Nachmittagsbetreuung auch Vereine und andere außerschulische Partner eingebunden werden könnten, würde sich auf ganz natürliche Weise die Öffnung der Schule nach außen vollziehen. „Das ist eine positive Erfahrung für uns”, freut sich Reinhild Behr-Bennemann auf neue Perspektiven und Sichtweisen, von denen Schule profitieren kann.

„Die Schule ist Dienstleister für Eltern und Schüler. Und wenn diejenigen, für die wir Dienste anbieten, Bedarf für ein Nachmittagsangebot anmelden, ist es gut, wenn wir das anbieten können”, folgert die Realschulrektorin. Und letztlich ist die Nachmittagsbetreuung bis 14.45 Uhr die logische Fortführung dessen, was mit der Offenen Ganztagsgrundschule begonnen wurde und bezweckt wird: Beiden Elternteilen die Möglichkeit zur Berufstätigkeit zu bieten und ihnen die Gewissheit zu geben, dass ihre Kinder auch am Nachmittag gut aufgehoben sind.
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