Radarfallen Blitzen Freisteller

Nach vier Jahren klicken auf dem Flugplatz die Handschellen

Von: hfs.
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RAubüberfall
55.000 Euro hatte der Bankräuber von Körrenzig ergattert.

Kreis Düren. Der Banküberfall auf die Raiffeisenfiliale im Linnicher Stadtteil Körrenzig ist aufgeklärt. Einen Tag später nahmen Bundespolizisten auf dem Flughafen in Düsseldorf einen 51-jährigen gebürtigen Kölner fest.

Der saß mit 55.000 Euro Bargeld aus der Beute in einem Transportbus zum Flugzeug, das ihn nach Thailand bringen sollte, wo er seit vier Jahren lebte. Daraus wurde nichts, der mit Haftbefehl Gesuchte sitzt nun in Köln-Ossendorf in Untersuchungshaft.

Immer wenn sein Geschäft, eine Bar in Pattaya, schlecht lief, buchte er einen Flug von Bangkok nach Düsseldorf. „Per Mietwagen ging es zu den späteren Tatorten”, sagte Kriminaldirektor Werner Goertz in Hürth, als die Kriminalpolizei Einzelheiten zum Täterprofil und den sieben Überfällen erläuterte.

Das erste Mal „schlug” er am 28. Januar 2005 in Körrenzig zu. Mit 50.000 Euro Beute flüchtete er, machte aber einen Fehler. „Die Überwachunsgkamera konnte ein Bild machen, wo er unmaskiert ist”, sagte Kriminalrat Ingo Wünsch aus Düren, der sich mit seinem Kollegen, 1. Kriminalhauptkommissar Armin Gerber, seitdem mit dem Täter befasste.

Nach der Veröffentlichung der Fotos gingen konkrete Hinweise auf den Gesuchten ein. „Aber der Mann war untergetaucht”, sagt Goertz, der mit seinen Kollegen auch in dem vermuteten Unterschlupf Bangkok Nachforschungen anstellen ließ - jedoch erfolglos.

Ohne Beute musste der 51-Jährige im Juni 2005 aus der Raiffeisenbank in Körrenzig flüchten. Obwohl er die Angestellten im Tresorraum schon gefesselt hatte, brach er den Überfall ab und flüchtete. Im November 2006 überfiel er eine Raiffeisenbank in Kerpen-Türnich.

Dort erschien er als Paketzusteller, hielt sich über 50 Minuten in der Bank auf, flüchtete mit 80.000 Euro. Am 18. Juni und 8. September war die Filiale in Kerpen-Blatzheim das Ziel. Auch hier zeigte er Nervenstärke, wartete über 30 Minuten, ehe sich das Zeitschloss des Tresors öffnete.

Kassierer löste Alarm aus

Seine Beute: Zuerst 105.000 Euro, beim zweiten Mal 130.000 Euro. Beim dritten Überfall in Körrenzig in der Vorwoche wartete er auch auf das Öffnen des Zeitschlosses, ehe er sich mit 76.000 Euro aus dem Staub machte.

Zwei Stunden später erschien er erneut in der Filiale in Blatzheim. Dort hatte man aus den Überfällen zuvor gelernt, die Sicherheitsmaßnahmen geändert. Der 51-Jährige musste unverrichteter Dinge abziehen, da ihn der Kassierer erkannte und Alarm auslöste.

„Da wir aus den Ermittlungen wussten, dass unser Gesuchter aus Bangkok kommen musste, war der Rest nur noch Routine”, dankte Goertz für die hervorragende Zusammenarbeit zwischen den Kommissariaten in Düren und Hürth.

So konnte die Bundespolizei den Mann vor dem Rückflug nach Thailand festnehmen. Im Gepäck des Täters befand sich auch der beim Überfall in Körrenzig getragene Anzug und der Aktenkoffer, in dem er die Beute von mehreren Hunderttausend Euro abtransportiert hat.

Drei Banküberfälle im Kreis noch nicht geklärt

Warum es der Täter auf Filialen der Raiffeisenbank abgesehen hat, konnte die Kriminalpolizei nicht beantworten. „Er hat sich zu den beiden letzten Überfällen geäußert.

Ansonsten schweigt er.” Über den genauen letzten Wohnort in Deutschland wollte man „aus Ermittlungsgründen” keine Auskunft geben. Es hieß, der Mann habe vor seinem Untertauchen in Thailand als Lkw-Fahrer in Deutschland gearbeitet, sei geschieden und habe einen Sohn.

Der Überfall am 25. August auf die Raiffeisen-Filiale in Linnich-Tetz stehe nicht im Zusammenhang mit dem Festgenommenen, sagte die Dürener Kriminalpolizei. Auch der Überfall in Schlich, einen Tag nach dem in Körrenzig, habe nichts mit der Serie zu tun, sondern mit dem Überfall in Derichsweiler.
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