Koslar - Nach Horror-Unfall bei Mondi: Anklage gegen den Produktionsleiter

Nach Horror-Unfall bei Mondi: Anklage gegen den Produktionsleiter

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In der Koslarer Papierfabrik, die jetzt zu Mondi Packaging gehört, passierte im August 2006 ein Horror-Arbeitsunfall. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Aachen Anklage gegen den Produktionsleiter erhoben. Foto: hfs.

Koslar. Dass ein jetzt 40-jähriger Jülicher im August 2006 einen Horror-Arbeitsunfall in der Koslarer Papierfabrik Schleipen & Erkens (jetzt Mondi Jülich) überlebte, hat er nur sehr glücklichen Umständen zu verdanken. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Aachen Anklage gegen den Produktionsleiter erhoben.

„Die Anklage lautet auf fahrlässige Körperverletzung”, bestätigt Oberstaatsanwalt Robert Deller auf Anfrage. So wird der Produktionsleiter vor dem Amtsgericht in Jülich angeklagt, den Unfall des damaligen Arbeiters fahrlässig herbeigeführt zu haben.

Der Vorgesetzte war zuständig für den gesamten Produktionsvorgang, damit auch dafür verantwortlich, dass bestehende Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Die wurden nach Auffassung der Staatsanwaltschaft jedoch nicht befolgt. Denn entgegen der ausdrücklichen Hersteller-Anweisung, dass die Walzen der Produktionsmaschine zur Reinigung und zur Entfernung von Silikon-Rückständen auszubauen seien, wurden diese Arbeiten in dem Koslarer Werk bei laufendem Betrieb ausgeführt.

Laut Anklageschrift war dies dem Produktionsleiter bekannt, wurde von ihm gebilligt. Für die Staatsanwaltschaft ein klarer Verstoß. „Zeitnahe Reinigung hätte ein eigenständiges Schleifen überflüssig gemacht. Es wäre nie zu dem schwerwiegenden Arbeitsunfall gekommen”, heißt es in der Anklageschrift.

Bei den „gebilligten” Reinigungsarbeiten an der Walze wurde der Arbeiter am 19. August 2006 von diesen erfasst und in die Walzenstraße gezogen. Wie durch ein Wunder überlebte der Mann schwer verletzt, aber auf immer gezeichnet auf Grund seiner schweren Kopf-, Hand- und Beinverletzungen.
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