Nach 41 Jahren soll wieder ein Kreishaus her

Von: Volker Uerlings
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Die Tage der Kreis-Einrichtungen im Neuen Rathaus scheinen gezählt. Der Landrat plant ein Nord-Kreishaus. Foto: Martinak

Jülich/Düren. Gut 41 Jahre nach der Kommunalen Neugliederung soll Jülich wieder Kreisstadt werden – wenigstens ein bisschen. Landrat Wolfgang Spelthahn ist fest entschlossen, in der Innenstadt ein „Kreishaus light“ zu schaffen, das den Menschen aus dem gesamten Nordkreis Wege ersparen würde. Er will in Jülich Dienststellen, die für die Städte Linnich und Jülich sowie die Gemeinden Aldenhoven, Titz und Niederzier von Bedeutung sind, in einem Gebäude konzentrieren.

Nach den jüngsten Beschlüssen des Jülicher Stadtrates dürfte eine räumliche Kooperation mit der Kommune ausscheiden, denn die muss den Kreis als Mieter eigentlich loswerden, um die gewünschte Konzentration aller Einrichtungen der Stadt im Alten und Neuen Rathaus überhaupt hinzukriegen.

„Ich wüsste nicht, wo die Stadt noch ein geeignetes Gebäude hat. Wir sind jedenfalls für den Fall vorbereitet, dass die Stadt nichts anbieten kann. Der private Markt in Jülich gibt es her“, erklärte der Landrat bei einem Gespräch in der Jülicher Redaktion. Spelthahn verdeutlicht: „Priorität hätte ein städtisches Gebäude gehabt. Aber durch den Ratsbeschluss ist die Grundlage entzogen.“ Zur Erklärung: Der Rat hat die Verwaltung beauftragt, alle städtischen Ämter und Dienststellen auf beide Rathäuser und das Kulturhaus zu verteilen. Das stellt schon die Volkshochschule vor ein fast unlösbares Problem, und der Kreis Düren müsste wegen Eigenbedarfs weichen. Dadurch verliert die Stadt jährlich 135.000 Euro Mieteinnahmen.

Was genau schwebt dem Landrat vor? „Es ist ja bekannt, dass wir die Jobcom für den Nordkreis in Jülich konzentrieren wollen. Das allein wäre aber kein echter Mehrwert. Daher ist der Gedanke entstanden, in Jülich ein vollwertiges Leistungsangebot des Kreises für den Nordkreis zu schaffen.“ Dieses soll umfassen: Kernleistungen des Straßenverkehrsamtes, des Kreis-Gesundheitsamtes (mit Räumen für Selbsthilfegruppen), des -Jugendamtes und des -Ausländeramtes und eben der Jobcom. In Summe dürften bei einer Realisierung über 100 Kreisbeschäftigte 2014/2015 in Jülich arbeiten. Eine geeignete private Immobilie scheint es zu geben. Um welche es sich handelt, verrät Wolfgang Spelthahn nicht.

Die Umverteilung soll Geld sparen, mindestens aber kostenneutral sein. Allein die Jobcom-Zusammenlegung sorge nach Berechnungen einer Unternehmensberatung für eine Kostenreduzierung von 378 000 Euro. Die neue Verteilung muss auch günstiger sein, nachdem sich Kreis und Landrat massive Schelte wegen der Kreisumlage(n) eingehandelt haben.

Ein „Kreishaus light“ in Jülich sorgt nach Überzeugung Spelthahns für eine gleichmäßigere Verteilung im Kreis, der so auch im 1972 „eingemeindeten“ Norden wieder stärker sichtbar würde.

Die 15 Bürgermeister wurden laut Landrat von ihm über die Pläne informiert. Eine letzte Chance gibt es, vielleicht doch noch mit der Stadt Jülich „ins Geschäft“ zu kommen, denn die Kreistagsfraktionen hätten den Jülicher Bürgermeister nach den jüngsten Beschlüssen in einem Brief um Kooperation gebeten. Der allein kann es aber nicht richten. Das geschilderte Angebot des Kreises zum Beispiel in einem der beiden Jülicher Rathäuser, kann es nur geben, wenn der Rat seine Entscheidung revidiert.

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