Musical-Night: Wunderbare Solisten und erstklassige Band

Von: ptj
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Das Star Ensemble der Musical Set Company glänzte in Jülich in seiner Dreidimensionalität Singen, Spielen und Tanzen. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Super, toll“! Nicht selten rundeten derartige Begeisterungsbekundungen tosende Akklamationen bei der Musical-Night des Star Ensembles der Set Musical Company ab, die unter dem Zelt der Hauptbühne im Brückenkopfpark Jülich gastierte.

Aus den 22 besten Stücken der (inter)nationalen Musicalszene hatte das Ensemble Medleys arrangiert, die in ihrer dargebotenen Dreidimensionalität Singen, Spielen und Tanzen keine Wünsche offen ließen. Dabei fühlt sich die „Musical Night“-Familie sowohl den Musicalsongs verpflichtet, die Welthits geworden sind, wie denen, die aus bereits vorhandenen Hits entstanden sind, wie es dem neusten Trend entspricht.

Wechselnde Kostüme

Eine erstklassige sechsköpfige Band begleitete fünf wunderbare Solisten, die in der jeweiligen Live-Interpretation ihrer Lieder in wechselnde Rollen und Kostüme schlüpften und damit fast alle Bereiche der Musical-Literatur abdeckten. Klassische Paare wechselten sich mit Popmusikpaaren ab, auf eine Dramaturgin folgte ein Komiker.

Mit „Another opening, another show“ aus „Kiss me Kate“ starteten die drei Sängerinnen, die blonde Nicole Bolley aus Köln, die dunkelhaarige Alexandra Gentzen aus Bielefeld und die temperamentvolle rothaarige Corie Townsend aus Houston, alle in kurzen Glitzerkleidchen zu High Heels.

Ihre männlichen Teamkollegen, Deimos Virgillito aus Mailand und Simon Tunkin aus London, trugen schwarze Hemden und Hosen zu heller Krawatte. Sogleich war klar: „Die Stimmen stimmen“, wie eine Dame aus der ersten Reihe es auf den Punkt brachte – und die Show auch. In der ersten Passage waren Auszüge aus den Musicals „Kiss me Kate“ und „Smash“ zu hören, im zweiten Komplex Lieder aus „Die Schöne und das Biest“ und „König der Löwen“. Tunkin überzeugte mit schwarzer Mähne als „böser Onkel Ska“ und rief aus: „Seid bereit“, während drei wilde „Löwinnen“ ihre Zähne zeigten.

Besonders eindrucksvoll war „Der ewige Kreis“, wo die rotmähnige „Löwin“ Townsend auf der Bühne ihre ganze voluminöse Stimmkraft zu Gehör brachte. Ihre Teamkollegen rundeten den stimmlichen „Kreis“ als Backgroundsänger im Publikum ab. Virgillito war im Anschluss „nur ein Mann aus Tennessee“, in der dramatischen Trennung von seiner Liebsten nach einer wahren Begebenheit in „Memphis lives in me“. Temperamentvoll und bunt ging es in „America“ aus der „West Side Story“ zu.

Als romantisches Paar glänzten Bolley und Virgillito im Anschluss Mambo tanzend mit tollen Showelementen in „Time of My Life“ aus „Dirty Dancing“. Spannung baute sich auf, als Tunkin sich im Anschluss langsam von Dr. Jeckyll in Mister Hyde verwandelte. Kampfgeist erwachte, als Townsend mit geballter Faust die schwarzen Soul-Sängerinnen der frühen 60er Jahre aus „Dreamgirls“ besang.

Besonders begeisterten „I will follow him“ und „Take me to heaven“ aus Sister Act, als alle fünf Darsteller augenzwinkernd als Nonnen im Chor sangen und ausgelassen tanzten. Mit vielen Showelementen rund um den boxenden „Rocky“ (Virgillito) ging das Ensemble in die zweite Halbzeit, um über „Eye of the Tiger“ ins kess arrangierte „Lady Marmelade“ zu münden.

Dramatisch ging es weiter mit Nicole Bolley in ihrer maßgeschneiderten Rolle als Eva Péron in „Don‘t cry for me Argentina“ aus „Evita“.

Die Band aus dem Bühnenhintergrund rückte vor ins Licht, um zu „Sweet Transvestite“ aus der „Rocky Horror Show“ loszurocken. Das Publikum war restlos begeistert von Tunkin, der „eigentlich Opernsänger ist“, als Transvestit im Ledermini mit schwarzen Netzstrümpfen und weißen Plateau-Stiefeln auftrat.

Bekannte Klassiker

Szenenwechsel: In ihrem „Phantom der Oper“-Medley hatte das Ensemble alle bekannten Lieder aus dem Mucial-Klassiker vereint. Gentzen und Tunkin glänzten in der Dramaturgie um die junge Opernsängerin und das Phantom. Sprung aus den Katakomben der Paris Oper in den heiter/schwungvollen Schlusspart. Aus „Abba“ und „Hinter‘m Horizont geht’s weiter“ mit toller Lindenberg-Interpretation gelang ein ausdrucksstarker Exkurs in die Popmusik. Das Publikum war von der Leistung des Ensembles hingerissen und offenbar gerne bereit, kleinere logistische Pannen im Brückenkopfpark zu vergessen.

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