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Museumstag in der Zitadelle: Abtauchen in die Vergangenheit

Von: ptj
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Auch Gideons Gefängniszelle im Film „Rubinrot“ lockte Besucher in die Kasematten.
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Etwa einen Monat lang arbeiteten Schüler des EF-Geschichtskurses gemeinsam mit dem Museum an der sehenswerten Blickpunktausstellung „Brennpunkt Festung Jülich“. Foto: Jagodzinska
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Herzstück der Führung durch die Ostkurtine: Der Chronograph im Film „Rubinrot“.

Jülich. Die feuchten und dunklen Kasematten der Zitadelle Jülich verwandelten sich am Internationalen Museumstag am Sonntag erneut in die unterirdischen Geheimgänge der Großmeisterloge des Grafen von Saint Germain. Sie hatten neben anderen Drehorten 2012 als Motiv für den deutschen Fantasyfilm „Rubinrot“ gedient, dem ersten Teil der Edelstein-Triologie „Liebe geht durch alle Zeiten“.

 Zahlreiche Besucher des Museumstages nutzten die einmalige Gelegenheit, während der Führungen durch die Ostkurtine die Handlung live nachzuspüren.

Die Jungschauspieler Maria Ehrlich als die mit dem Zeitreise-Gen ausgestattete Gwendolyn und Jannis Niewöhner als ihr Zeitreisevater klettern etwa „in der Wartburg die Treppe hoch, sind dann in Aachen im Observatorium, Gwen fällt aus dem Observatorium raus nach Coburg in den Innenhof, geht durch die Tür und kommt in Jülich an“. So hatte Regisseur Felix Fuchssteiner die Filmsequenz Weihnachten 1942 beschrieben, als Gwendolyn und Gideon in das Observatorium der Geheimloge einschleichen.

Der Chronografenraum der Geheimloge als „Herzstück“ im Y-Gang der Ostkurtine oder Gideons Gefängniszelle waren Anziehungspunkte im Stundentakt. Mit einem Zeitreisepass, dem Replikat einer „Notklippe“ und einem Rabattschein auf den Jugendkriminalroman „Wer stahl Schirmers Bilder?“ wurden Jungabenteuerer bei der Rallye durch die verschlungenen Zitadellenwege auf der Suche nach des Rätsels Lösung belohnt. Themen waren „Kleider machen Leute“ und „Wirst du ein Kunstkenner“?

Vor authentischer Kulisse der dramatischen Ereignisse um die Belagerungen Jülichs im 17. Jahrhundert präsentierten engagierte Schüler des EF-Geschichtskurses unter Leitung von Cornelia Jochim im Südostturm ihre gemeinsam mit dem Museum erarbeitete Blickpunktausstellung „Brennpunkt Festung Jülich“. Die Schüler erklärten Hintergründe und Zusammenhänge zur Handlung um die Rivalitäten des deutschen Kaisers Rudolf II. und der Fürsten von Brandenburg und Pfalz-Neuburg um das Erbe von Johann Wilhelm I., letzter Herzog von Jülich-Kleve-Berg.

Kaiser Rudolf ließ die wichtige Festung Jülich besetzen, und 1610 kam es zur ersten Belagerung. Europäische Großmächte wie England, Frankreich und die Niederlande griffen ein, zu wichtig war der Kriegsausgang. Die Situation eskalierte zum Krieg, aus dem die Fürsten schließlich als Sieger hevor gingen. Nach einem Frieden von nur elf Jahren wurde Jülich 1621/22 mit 7700 Mann zum zweiten Mal belagert. Ein Thema ihrer Ausarbeitung waren die aus altem Silbergeschirr herausgeschnitten „Notklippen“, die als Ersatzgeld dienten.

Wie entstehen Gemälde? Dieser Frage widmete sich die Ausstellung „Des Wunderbaren in Menge“ zum 150. Todestag des Jülicher Malerpoeten Johann Wilhelm Schirmer im Pulvermagazin. Mittels der restauratorischen Untersuchungsmethoden Infrarot- und Röntgenstrahlung und der die Tiefe gehenden Miskoskop- und Profilanalysen liegen neue Erkenntnisse zum komplexen Entstehungsprozess von Schirmers Bildern vor. Besonders interessant die Tatsache, dass der Landschaftsmaler eigene Bilder immer wieder übermalte und „in seine Firnisschichten Dreck reingemacht hat, um zum Beispiel eine Gewitterstimmung herauszuheben“, wie Museumsleiter Marcell Perse es ausdrückte.

Zum krönenden Abschluss präsentierte das Museum Zitadelle seinen außergewöhnlichen Ausstellungskatalog in Gestalt des Jugendkunstkrimis „Wer stahl Schirmers Bilder?“. Die 12-jährige Jasmin Dohmen aus Jülich, Siegerin beim Vorlesewettbewerb auf Kreisebene, las ausgewählte Passagen vor den originalen und gestohlenen Schirmergemälden – letzteres glücklicherweise nur in der Fiktion von Autorin Dr. Gabriele Häussermann.

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