Jülich - Museum, Archiv und die VHS bald an einem Ort ?

Museum, Archiv und die VHS bald an einem Ort ?

Von: Volker Uerlings
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„Gute Bausubstanz“: Die Realschule (Bild vor der Außensanierung) zieht 2014 ebenso um wie die Sekundarschule. Der große Komplex soll anderweitig genutzt werden. Foto: Uerlings

Jülich. Im nächsten Jahr erlebt Jülich mutmaßlich den Leerstand der etwas anderen Art. Gemeint sind nicht etwa Geschäftslokale, sondern Einrichtungen der Stadt selbst. Wenn die Sanierung des Schulzentrums Linnicher Straße beendet ist, ziehen drei Bildungseinrichtungen an den nördlichen Stadtrand: Real-, Sekundar- und Musikschule.

In einem ersten Nutzungskonzept schlägt die Jülicher Verwaltung vor, die Volkshochschule, das Stadtarchiv und das Museum im alten Realschulgebäude unterzubringen. Der Platz jedenfalls wäre ausreichend, wie eine Grobberechnung ergeben hat. In einer ersten Debatte im Jülicher Planungsausschuss am Donnerstag gab es ein verhalten positives Echo und leichte Irritationen: Die von der Verwaltung unterstellte „gute Bausubstanz“ der Realschule brachte zum Beispiel Matthias Hoven (Jül) in Erstaunen, denn vor dem Umzugsbeschluss im Jahr 2009 sei das gleiche Gebäude wie ein Fall für die „Abrissbirne“ dargestellt worden.

Dezernent Martin Schulz und Ausschussvorsitzender Erich Gussen (CDU) widersprachen: Eine derartige Diskussion habe es nicht gegeben. Von abrissreif sei nur im Zusammenhang mit der Turnhalle gesprochen worden, erinnerte sich Schulz. Wie dem auch sei, der Beigeordnete stellte dem Komplex Am Aachener Tor gute bis befriedigende Noten aus: Der Keller sei trocken, die Substanz im Vergleich zu anderen Gebäuden gut, der Brandschutz ebenfalls. Alles ließe sich allerdings auch nicht absehen, so viel aber schon: Die Klassen- und Fachräume der Realschule bieten rund 2700 Quadratmeter nutzbarer Fläche – plus rund 290 Quadratmeter an Büroflächen.

Auf dem Papier könnten die Institute Volkshochschule (1109 Quadratmeter, ohne Büros), das Museum (404 Quadratmeter, ohne Büros) und das Archiv (480 Quadratmeter plus 90 Quadratmeter Büro) hier unterkommen. Es gibt sogar „etwas Luft“, wie Thomas Mülheims einräumte. Martin Schulz: „Die Unterbringung wäre grundsätzlich möglich, wir können in die Diskussion einsteigen.“

Wolfgang Gunia (CDU) und Winfried Cremerius (FDP) sehen großen Handlungsbedarf vor allem im Falle des Archivs, das derzeit auf vier Standorte in der Stadt verteilt ist. Und wenn Stadtarchivar Dr. Horst Dinstühler eine Archivalie an einem auswärtigen Ort suchen muss, wird das Archiv kurzfristig geschlossen. „Das ist unzumutbar“, befand Wolfgang Gunia. Allerdings ist noch fraglich, wie kompakt die Einrichtungen im (dann alten) Realschulgebäude unterkommen können. Das Archiv benötigt zum Beispiel einen Teil seiner Flächen im Keller, um die Schwerlastregale sicher aufstellen zu können. Es ist möglich, dass sich die Archiv-Räume dann auf drei Etagen verteilen. Immer noch besser als an vier Orten.

Die Verwaltung hat den Dialog mit den drei Einrichtungen aufgenommen, um zu klären, welche Flächen benötigt werden. In einem zweiten Schritt dann die Kostenermittlung an.

Gleichzeitig sollen und könnten drei Komplexe in allerbester Innenstadtlage im nächsten Jahr vermarktet werden, damit die geplante Konsolidierung des Jülicher Haushalts langfristig gelingen kann. Das ist das Musikschulgebäude in der Schützenstraße und die alte Schirmerschule in der Düsseldorfer Straße, die derzeit vor allem durch die VHS belegt ist. Deren Nutzung „sollte vollständig aufgegeben werden“, empfiehlt die Stadtverwaltung. Außerdem 9400 Quadratmeter Außenfläche an der Realschule (alte Sporthalle, alter Sportplatz, Nebenanlagen).

Die geplante Instituts-Rochade bleibt aber nicht folgenlos: Kommen die drei Einrichtungen im Realschulgebäude unter, stehen wiederum Räume in Kulturhaus und Altem Rathaus leer. Sie sollen anderweitig „sinnvoll“ genutzt werden, was immer das heißen mag.

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