Inden - Mühlenteiche in Denkmalliste eintragen

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Mühlenteiche in Denkmalliste eintragen

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Das Wasserrad erinnert an die alte Mühle gegenüber von Haus Müllenark. Der zugehörige Mühlenteich ist größtenteils verkippt worden. Foto: Wolters

Inden. Im Paket hat sich der Indener Ausschuss für Gemeindeplanung und -entwicklung in seiner jüngsten Sitzung mit der Eintragung des Jülicher, des Lendersdorfer und des Mühlenteiches um das Haus Müllenark in die Denkmalliste beschäftigt, was am Ende einstimmig beschlossen wurde.

Auf Nachfrage von Herbert Schlächter (CDU) hatte Bürgermeister Ulrich Schuster zuvor klargestellt, dass die Gemeinde als Untere Denkmalbehörde zu diesem Schritt quasi verpflichtet ist, nachdem der Landschaftverband Rheinland als obere Landschaftsbehörde bereits die Denkmalwürdigkeit der Mühlenteiche festgestellt hat.

Diese durchweg künstlichen Gewässer bestehen teilweise bereits seit dem Mittelalter. Sie dienten dazu, die Wasserkraft der Rur als Energiequelle durch die Anlage der Teiche als kontrollierte Umleitung zu nutzen. Die eigentliche Umsetzung der Wasserkraft in produktive Energie erfolgte in den entlang der Teiche errichteten Mühlen. Keine Mühle funktioniert ohne ohne den zugehörigen Wasserkanal. Zusammen mit den Mühlen sind die Teiche und zugehörigen Rurwehre über Jahrhunderte zu Trägern der Orts-, Technik- und Industriegeschichte der Region geworden.

Wasserkraft des Teiches

Mit der Wasserkraft des Teiches wurden teilweise seit dem frühen Mittelalter Mahl- und Ölmühlen, seit dem 17., verstärkt im 18. sowie insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert Papiermühlen angetrieben. Damit sind die Teiche Gerüste und Träger industrieller Emtwicklung und begründen die Wirtschaftsgeschichte der Region. Mit der Ansiedlung der Mühlen entstanden Siedlungsschwerpunkte, die sich an der Nähe zum Wasser orientierten.

Nicht zuletzt wurde durch die Teiche Rechtsgeschichte geschrieben. Für die Mühlenteiche galten eigene Verordnungen, denn mit dem Recht zur Nutzung des Wassers und der Wasserkraft waren Pflichten verbunden. So leisteten die Müller Abgaben an den Landesherren und waren für die Funktionstüchtigkeit der Anlagen zuständig. Die älteste Teichordnung an der Rur stammt aus dem Jahr 1556.

Schon aufgrund der natürlichen Gegebenheiten mit einer breiten Ruraue sowie einer ungleichmäßigen Wasserführung im Sommer und Winter war es notwendig, künstliche Gräben anzulegen. Bereits im Mittelalter existierten mehrere kürzere Teichabschnitte, die später zu einem größeren Mühlenteich zusammengeschlossen wurden.

Zwischen Obermaubach und dem Unterlauf bei Hückelhoven wird oder wurde die Rur durch insgesamt zehn Mühlengräben, den so genannten Teichen, begleitet. Neun Gräben zweigen von der Rur ab, einer - der Kirchberger Teich - wird von der Inde gespeist. Der Linnicher Teich fließt nicht, wie die übrigen, zurück in die Rur, sondern mündet bei Porselen in die Wurm.

Wehre in die Rur eingebaut

Zur Anlage der Teiche wurden schwach eingetiefte Altläufe genutzt. Sie wurden als breite Gräben ausgebaut, die Ufer durch Flechtwerk gesichert. Der Einbau von Wehren zwang das aus der Rur eingeleitete Wasser in den Gräben zu ruhigem Lauf. Auch an den Einleitungsstellen mussten Wehre im Rurbett errichtet werden.

Die Mühlenteiche, vor allem die Altteicharme, enthalten nach bisherigen Erkenntnissen eine Fülle von wissenschaftlich auszuwertendem Material. Dabei sind vor allem Holz- und Steineinbauten alter Wehre und Relikte weiterer Wasserbauanlagen sowie die Mühlenstandorte zu erwarten. So förderten 2007 archäologische Untersuchungen an einem Altteich in der Indeniederung Reste der Teichverbauung sowie alte Schaufeln von Mühlrädern zu Tage. Die Funde datierten vom 16. bis 18. Jahrhundert.

Der Müllenarker Teich war bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts Teil des Lendersdorfer Teiches. In der Nachkriegszeit wurde der nördliche Teil abgeschnitten, da an ihm keine funktionierenden Mühlen mehr lagen bzw. die Wasserzufuhr für die Gräben der Wasserburg Müllenark nicht mehr benötigt wurde.

Durch die Anlage eines neuen Abflusses bei Merken fiel der nördliche Abschnitt trocken, ist teilweise verkippt worden und kann heute nicht mehr genutzt werden. Er entspricht dem bereits im Mittelalter existierenden Müllenarker Teich. Der erstreckt sich von der Gemeindegrenze nördlich von Merken, östlich von Pier und am ehemaligen Rittergut Müllenark vorbei bis nach Schophoven.
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