Mit „Lesen erleben im indeland“ Kompetenzen fördern

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Lesen erleben
Die Grundschüler in Aldenhoven verfolgten gespannt die Kindergeschichten. Foto: Martinak

Aldenhoven. Warum hat ein Klavier bloß nur einen Flügel? „So kann es doch überhaupt nicht fliegen“, erkennt Lea und weint. Opa braucht doch sein Klavier! Leas Opa ist tot. Lange lag der alte Mann im Krankenhaus und das kleine Mädchen kann nicht begreifen, dass ihr geliebter, spaßiger Großvater nicht mehr zurückkommt.

Die Kinder der Aldenhovener Grundschule schauen ebenso bestürzt, wie Andrea Karimé, die die Geschichte gerade erzählt. Als sich dann auch noch der sechsjährige Lars (Name von der Redaktion geändert) meldet, um zu erzählen, dass sein Vater vor Kurzem gestorben ist und er sehr wohl weiß, wie sich so etwas anfühlt, müssen die Lehrerinnen und auch die Buchautoren kurz schlucken.

Bei der Aktion „Lesen erleben im indeland“ kommt es eben nicht nur darauf an, Bücher vorzulesen oder vorgelesen zu bekommen. „Es ist wichtig, die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen miteinzubeziehen. Das wissen die Autoren, die ich gewinnen konnte“, erklärt Initiatorin Manuela Hantschel.

Bereits zum vierten Mal, also seit vier Jahren in Folge, organisiert sie Lesungen an sämtlichen Schulen der sieben Indelandkommunen. „Dabei kommt es weder auf die Schulform noch auf das Alter der Zuhörer an. Ich frage bei den Schulen an, und kümmere mich danach um die Autoren. Die Geschichten und Bücher sollten ja auch zur jeweiligen Schulform und zum Alter der Zuhörer passen“, erklärt die Initiatorin.

Ihr Ziel ist, Kindern unabhängig vom sozialen und kulturellen Hintergrund die Möglichkeit zu geben, Lesen als inspirierenden und genussvollen Bestandteil des Alltags zu erleben.

Autorenlesungen in Schulen seien dabei das demokratischste Mittel, um nachhaltig Lust auf Lesen, Kreativität und Wissen zu machen.

Hantschels Anschuldigungen sind deutlich: „Während in Sportförderung investiert wird und Städte oft geradezu fantastische Ideen für die Wirtschaftsförderung umsetzen, wird Leseförderung ganz der Schule überlassen – bestenfalls vom Ehrenamt gestützt. Öffentliche Förderung findet nur punktuell und wenig nachhaltig statt.“

Aus der Überzeugung und aufgrund der verschiedenen Studien, dass die mangelnde Lesekompetenz bei Kindern und Jugendlichen nicht allein in den Schulen zu lösen sei, sondern ein gesellschaftliches und in vielen Fällen lösbares Problem darstelle, entstand die Idee, den Kindern des Indelandes das Erlebnis einer Autorenlesung zu ermöglichen, denn „Nachhaltigkeit entsteht durch Kontinuität“.

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