Jülich - Misso Truck macht Station am Mädchengymnasium

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Misso Truck macht Station am Mädchengymnasium

Von: ptj
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Anne (vorne) und Lisa haben ihre eigene Flucht per Avatar durchlaufen und betrachten die letzte Station am Truck-Eingang. Foto: Jagodzinska

Jülich. Sie heißt Falon und ist eine 18-jährige Verkäuferin in der Demokratischen Republik Kongo. Sie verkauft auf dem Markt Prepaid-Karten für Handys und Zigaretten. Doch der fast vergessene Krieg im Osten des Landes geht weiter, brutaler als zuvor.

Soldaten der Regierungsarmee begehen grausamste Menschenrechtsverletzungen. Auch Falon wird vergewaltigt und flieht – ohne zu wissen, was aus ihrer Familie geworden ist. Das ist nur ein Beispiel eines Avatars in der Kampagne „Fremde, Heimat, Kirche“ im zwölf Tonnen schweren und 20 Meter langen Missio Truck.

Das interaktive Bildungsmedium auf Rädern machte unlängst am Mädchengymnasium Jülich Station. Mit der Aktion Schutzengel „Für Familien in Not. Weltweit“ stellt Missio die dramatische Situation von Familien im Ostkongo in den Mittelpunkt. Diese ist in etwa übertragbar auf Syrien, Eritrea, Serbien, Albanien oder Afghanistan, die Hauptherkunftsländer von Asylbewerbern in Deutschland.

In Zweiergruppen erlebten die Schülerinnen die Flucht aus dem Kongo nach Nairobi nach. Auf seitlichen Bildschirmen sieht der Besucher das beklemmende Anrücken der Soldaten. Jetzt heißt es: „Pack dein Leben zusammen, du kannst nicht alles mitnehmen.“ Falon wählt elektronisch eine Flasche Wasser und erhält 500 Punkte mit dem Hinweis: „Gut gewählt, doch dein Pass wäre wichtiger gewesen. Mit einem Pass kannst du dich überall in der Welt ausweisen und er ermöglicht es dir, einen Asyalantrag zu stellen.“ Hinter der Luke wartet ein beklemmend schmaler Raum mit einer LKW-Attrappe.

Auf dem Monitor erlebt der Besucher hautnah, wie der Fahrer Falon ein Stück mitnimmt und ihr abschließend rät: „Gehe nur nachts und versteck dich am Tage.“ Falon landet in Nairobi, ihr Leben ist gerettet. Sie findet bei einer Tante Unterschlupf. Die Preise für eine eigene Bleibe sind zu hoch, Gelegenheitsjobs bedeuten viel Arbeit für wenig Geld, als Fremde ist sie nicht willkommen. Sie ist verzweifelt. Beispielhaft werden Handlungsmöglichkeiten kirchlicher Partner aufgezeigt, die Flüchtlingen in widrigen Lebensumständen helfen, die eigene Entwicklung in die Hand zu nehmen.

Von der interaktiven Flucht zurück in Deutschland, betrachtet der Besucher durch ein Fenster die lebensecht dargestellte Situation von Flüchtlingen in engen Containern in Deutschland. Gelang die Sensibilisierung der Schülerinnen für die Situation im Ostkongo? „Sehr gut gemacht. So bringt man das Jugendlichen in Deutschland nahe“, lautete das dicke Lob der 16-jährigen Schülerinnen Anne und Lisa.


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