Jülich - Millionen fließen ins Mechatronikzentrum Jülich

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Millionen fließen ins Mechatronikzentrum Jülich

Von: ptj
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Im Mechatronikzentrum Jülich ist ordentlich zu tun. Hier werden die Fahrzeuge, die aus Afghanistan zurückkehren, wieder flott gemacht und/oder verbessert. Foto: Jagodzinska

Jülich. Das Mechatronikzentrum Jülich ist einer der größten Arbeitgeber der Stadt und hat gute Prognosen. Es ist nicht nur viel zu tun. Die Zukunftsfähigkeit beweisen die aktuellen Investitionen. Im 1918 fertiggestellten ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerk, heute Kompetenzzentrum für die Instandsetzung von Radfahrzeugen, wurden jüngst 3,57 Millionen in zukunftsweisende Baumaßnahmen investiert.

„Kaum wiederzuerkennen“ ist der bereits umgestaltete Sozialtrakt, noch in Arbeit ist die grundlegende Sanierung des Umkleide- und Sanitärbereiches für die Beschäftigten, die lange darauf warten mussten.

Erneuert wurde ferner der Fußboden in Halle 5. Nächstes großes Projekt ist die Dachsanierung gemäß der neuen Energieeinsparverordnung in Halle 2, die Mitte des Jahres an den Start gehen soll. Oberstleutnant Dr. Ralf Weisen betonte die „sehr alte Infrastruktur“, das Dach sei nicht mehr begehbar.

234 Mitarbeiter zählt das Mechatronikzentrum, darunter sieben Soldaten. Im eigenen Ausbildungswerk bilden zehn Ausbilder 70 Azubis zum Kfz-Mechatroniker aus, hier bestehen Kooperationen mit Betrieben der Privatwirtschaft. „Der Anteil weiblicher Mitarbeiter nimmt zu“, bestätigte Weisen auf Anfrage. Ein Beispiel ist die junge „Überbrückungsbeschäftigte“ Simone Berg, die durch familiäre „Vorbelastung“ durch Vater und Bruder ins Mechatronikzentrum kam und „auf jeden Fall beruflich im Sektor bleiben will“.

Sie arbeitet mit an der Instandsetzung des hochmodernen geschützten Führungs- und Funktionsfahrzeugs „Eagle IV“. Es wurde in zahlreichen Varianten konzipiert wurde schützt die bis zu fünf Insassen vor vielfältigen Bedrohungen wie Sprengfallen, Minen, direkten Beschuss oder ABC-Kampfmittel. Für besonders hohe Mobilität sorgt in der von der Bundeswehr beschafften Version „IV“ durch ein vom Hersteller Mowag verbautes Achssystem mit Wankstabilisator, Reifendruckregelanlage und Dauer-Allradantrieb.

1,5 Millionen Euro pro „Eagle“

Mit kompletter Ausstattung schätzt Weisen die Kosten des „Eagle IV“ auf 1,5 Millionen Euro. „Damit steht unseren Soldaten das Beste zur Verfügung, systemisch geschützte Fahrzeuge“, betonte er.

„Das Mechatronikzentrum ist das einzige und letzte Streitkraft-eigene Werk der Bundeswehr in Deutschland“, hob der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel bei einem Besuch hervor – wenn man so will also der „letzte Mohikaner“. Der Bundestagsabgeordnete informierte sich vor Ort über den Sachstand der Instandsetzungsmaßnahmen an den aus Afghanistan heimgekehrten Fahrzeugen.

Rund 100, mit enormem logistischen Aufwand per Flugzeug zurückgeführte Fahrzeuge werden im Mechatronikzentrum wieder aufbereitet. Dabei werden sie „total auseinandergenommen und mit erneuertem Material wieder zusammengefügt“. Dann werden sie getestet, inklusive Beschuss und Besprengung. Das Mechatronikzentrum fertigt auch eigene Kleinteile. Die planerisch veranschlagten 50.000 Arbeitsstunden an den Fahrzeugen aus Afghanistan stellen ein Drittel der Gesamtkapazität des Werkes dar. Ein weiteres Drittel nimmt die Feldlager-Instandsetzung für Soldaten im Auslandseinsatz ein, ein nicht zu übersehendes Beispiel sind riesige Stromaggregate auf dem insgesamt 283.000 Quadratmeter großen Areal des Mechatronikzentrums. Das letzte Drittel der Gesamtkapazität ist „Altprogramm“.

Rachel fasste seinen Eindruck zusammen: „Die Frauen und Männer der Bundeswehr leisten hier eine ganz wichtige Arbeit.“

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