Merscher Höhe: Kein Blankoscheck aus Titz

Von: hfs.
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Auf der Merscher Höhe befinden sich nicht nur große Flächen, sondern auch Altgebäude der Sendeanlage, die genutzt werden sollen. Foto: JZ/JN

Jülich/Titz. Ein gemeinsames und interkommunales Gewerbegebiet namens „Campus Merscher Höhe“ zusammen mit der Stadt Jülich und der Gemeinde Niederzier sieht die Gemeinde Titz als große Chance.

Das machte der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen im Ausschuss für Gemeinde- und Strukturentwicklung deutlich. Allerdings sind noch viele Fragen offen. Der Verwaltungschef: „Es wird von uns kein bedingungsloses Ja geben, so lange wir nicht das Kleingedruckte in dem Vertrag kennen.“

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Gemeinde Titz steht hinter dem Ansinnen, sich zusammen mit Jülich und Niederzier an dem interkommunalen Gewerbegebiet auf der Merscher Höhe zu beteiligen. Doch bevor es zu einer Unterschrift seitens der Titzer Verantwortlichen kommen wird, will zum Beispiel Frantzen wissen, wie die Gewerbesteuer-Verteilung aussehen soll. Oder: „Wie sieht es mit der Schaffung von Arbeitsplätzen aus?“ Wie mit Schlüsselzuweisungen? Wie hoch werden zum Beispiel die Erschließungskosten sein? „Erst nach einer konkretisierten Beschlussvorlage und Ausgestaltung dieser offenen Punkte ist eine entscheidungsreife Beschlussvorlage zu einer möglichen Beteiligung der Gemeinde Titz denkbar.“

Jülicher SEG-Chef als Gast

Frank Drewes, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) der Stadt Jülich, konnte all diese Fragen als Gast im Titzer Ausschuss noch nicht beantworten, das war klar. Drewes war eingeladen worden, um den „Campus Merscher Höhe“ den Ausschussmitgliedern vorzustellen. Doch sein Vortrag im Schnellsprechdurchgang war für die Titzer wenig erhellend, wie zum Ausdruck kam: „Sie hätten etwas langsamer sprechen sollen, dann hätte nicht nur ich sicherlich mehr verstanden“, monierte CDU-Fraktionsvorsitzender Robert Holzportz.

Bevor die Diskussion endgültig in den Bereich der Banalitäten – „Sind die Betonfundamente der ehemaligen Antennen entfernt? Wer übernimmt die Kosten? – auszuufern drohte, machte Ausschussvorsitzender Dieter Tambour der Fragerunde ein Ende, bat Frantzen um „erläuternde“ Erklärungen. Auch mit Blick auf die Gesamtfläche von 55 Hektar, von der die SEG laut Drewes bereits rund 40 Hektar käuflich erworben hat.

Drewes Äußerung, dass Flächen auch an Gewerbetreibende wie Schreiner oder Elektriker veräußert werden sollen, widersprach Jürgen Frantzen. „Solche Gewerbe wollen wir schon innerhalb der Gemeinde behalten, auf der Merscher Höhe bieten sich doch Chancen für eine regionale Arbeitsmarktentwicklung“, nannte der Titzer Bürgermeister zum Beispiel „forschungsnahe Unternehmen oder Ausgründungen“, denen man eine Ansiedlungschance geben sollte, um zeitgleich Forschungs-, Entwicklungs- und Produktions­kapazitäten schaffen zu können. Begrüßt wurde vom Titzer Ausschuss die Tatsache, dass das Vorhaben nun in den Gremien der beteiligten Kommunen erörtert werde.

Der interkommunale Ansatz einer Entwicklung auf der Merscher Höhe wird positiv und „als große Chance für die Gemeinde Titz“ betrachtet. Denn nur durch eine grundsätzliche und wohlwollende Positionierung der Beteiligten würde man es der Stadt Jülich ermöglichen, die noch erforderliche Gründung einer stadteigenen Gesellschaft und die Sicherung der Flächen gegenüber der Kommunalaufsicht beim Kreis Düren und der Bezirksregierung Köln darzustellen. Da die Titzer bei einer Beteiligung am Projekt „Merscher Höhe“ innerhalb ihres Gemeindegebietes zur Kompensierung eine Flächenrücknahme vornehmen müssen, war sich der Ausschuss einig, bereits Anfang 2015 ein Planänderungsverfahren zu eröffnen.

Titz verfügt zurzeit über rund 30 Hektar Gewerbefläche an der Autobahn 44. „Aber bei allen Bemühungen ist es uns in den letzten Jahren nicht gelungen, diese an den Mann zu bringen“, gestand Frantzen ein.

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