Koslar - „Merkwürden” auf der Flucht

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„Merkwürden” auf der Flucht

Von: ls
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Der Pastor (Helmut Spix) und d
Der Pastor (Helmut Spix) und der wieder zum Leben erweckte Hermann Brüllmeier (Jürgen Eßer) haben unterschiedliche Ansichten über das Thema der sonntäglichen Predigt.

Koslar. Alles dreht sich um eine Leiche in dem Stück „Hochwürden auf der Flucht”. Die Kriminalkomödie wurde jüngst im ausverkauften katholischen Pfarrheim Koslar aufgeführt.

Die Leiche hatte die Haushälterin des Pastors (gespielt von Waltraud Krahe) in der Sakristei gefunden. „Da gehört die aber nicht hin”, stellt der Küster Simon (Christoph Frechen) fest. Schnell ist klar, wer sich hinter der „Leiche” verbirgt - nämlich „nur der Brüllmeier” (Jürgen Eßer). Hermann Brüllmeier hatte sich seit seiner Wahl zum Vorsitzenden des Kirchenvorstands nicht besonders beliebt gemacht. Unter anderem verbot er seiner Tochter die Heirat, schrieb dem Pastor das Thema seiner Predigt vor und der Haushälterin Trude, wie sie ihre Wäsche aufzuhängen hatte (deren Feinripp-Unterwäsche neben der des Pastors verstoße gegen das Zölibat).

Auch Küster Simon wurde von Brüllmeier gerügt, weil er sich lieber um seine Ziegen kümmerte als um das Glockenläuten und das Orgelspiel. Selbst Brüllmeiers Frau (Andrea Eßer) hatte unter dem Tyrannen zu leiden, denn „der hört auf niemanden, alles weiß er besser”. Keiner vermisst Hermann Brüllmeier.

Das Theaterstück spielt im Haus des Pastors, und dieses gleicht einem „Tollhaus”. Alle suchen den vergesslichen, zerstreuten Pastor (sehr überzeugend dargestellt von Helmut Spix). Der wird vom Küster nur noch „Merkwürden” genannt und ist ständig bemüht, dem Ansturm der Leute auszuweichen.

Auf einmal ist die „Leiche” Hermann Brüllmeiers verschwunden. Sie taucht bald wieder auf und wird von dem Kirchenvorstandsmitglied Marion Herr (Manuela Röhring) mit einem Eimer Wasser wieder zum Leben erweckt. Brüllmeier kann sich nicht erinnern, wieso er ohnmächtig in der Sakristei lag. Marion jedoch weiß es - schließlich war sie bei ihm, denn seit einer Woche sind sie ein Liebespaar. Brüllmeier ist es peinlich, dass er für tot gehalten wurde und dass ihn niemand zu vermissen scheint. Um zu hören, was die anderen über ihn reden, stellt er sich weiterhin tot.

Es geht weiter mit vielen kleinen Verwirrungen, die alle die Lachmuskeln des Publikums stark strapazieren. Der Brüllmeier wird von verschiedenen Leuten hin - und hergeschleppt, fällt dabei auch mal zu Boden oder landet im Schrank. In diesem erwacht er wieder und beschließt: „Ich schaffe hier Ordnung.” Eine heftige Diskussion mit Marion folgt, es geht um die Heirat ihrer Kinder, die Brüllmeier verhindern möchte. Schließlich beschließt Marion, das Liebesverhältnis mit dem Tyrannen zu beenden und im heftigen Disput schlägt sie Hermann Brüllmeier eine Vase über den Hinterkopf - und wieder ist er ohnmächtig.

Die „Leiche” wird wieder auf das Sofa des Pfarrers gebettet, die verschiedenen Leute gehen ein und aus, mit unterschiedlichen Problemen. Schließlich wird festgestellt, dass der Brüllmeier noch lebt und mit Hilfe einer Schüssel Wasser erwacht er erneut. Der einstige Tyrann ist wie verwandelt. Was vorher nach seiner Meinung nicht möglich war, ist nun erlaubt. Der Pfarrer darf nun selbst über das Thema seiner Predigt entscheiden, und Brüllmeiers Tochter Eva (Ann- Christi Hensel) darf endlich Marions Sohn Robert (Paul Bauer) heiraten. Jedoch ist noch nicht alles gut, denn nun entpuppt sich Marion als Tyrannin, die den Brüllmeier vertreten möchte.

Mit dieser überraschenden Wendung endet die Kriminalkomödie, und mit heftigem Beifall bedankten sich die Zuschauer für die großartigen Leistungen der Schauspieler und der „unsichtbaren” Helfer hinter den Kulissen, die „Pastor” Helmut Spix, zum Schlussapplaus auf die Bühne bat. Und so wurden auch Korda Frey (Souffleuse), das Regie-Doppel Bernd Frey und Helene Wagner sowie die Techniker Peter Augustin, Harald Baumann und Wolfgang Ulbig ebenfalls mit viel Applaus belohnt.

Es war das siebte Stück seit 1995 in der Theaterreihe des Geschichtsvereins Koslar und der Theaterfreunde Koslar. Im Februar hatten die Proben begonnen, und die Mühe hat sich offensichtlich gelohnt. Mit einem Lächeln im Gesicht erhoben sich die ungefähr 100 Zuschauer am Ende der Vorstellung von ihren Plätzen. Stehende Ovationen - ein sicheres Zeichen für eine sehr gelungene Theatervorstellung.
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