Mehrheit für große Gemeinschaftsschule

Von: gep
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Aldenhoven. Nach dem Votum des Schulausschusses mit 12:8 Stimmen wird die neue Mehrheit im Aldenhovener Gemeinderat am Donnerstag, das ist absehbar, das Antragsverfahren in Gang setzen, um im Kernort eine Gemeinschaftsschule einzurichten, die die Klassen 1 bis 10 umfasst.

Mit dem SPD-Vorstoß soll angesichts schrumpfender Schülerzahlen, so der Fraktionsvorsitzende und Schulausschussvorsitzende Udo Wassenhoven, sichergestellt werden, dass in Aldenhoven künftig auch „ab Klasse 5 Schüler hier unterrichtet” werden, da Hauptschule und Realschule „nicht mehr haltbar” seien.

„Wo ist die Alternative?”, fragte Wassenhoven. Die künftigen Schülerzahlen reichten für eine Verbundschule (Haupt- und Realschule unter einem Dach), die von Christdemokraten favorisiert wird, nicht aus. Die Einschätzung der Sozialdemokraten wird von den Kooperationspartnern Freie Wählergemeinschaft (FWG) und FDP geteilt.

Die oppositionelle CDU dagegen will ein solches „Experiment mit Grundschülern nicht mittragen”, sagte deren Sprecher Georg Krapp. Die Gemeinschaftsschule mit den Klassen 5 bis 10 (Sekundarstufe I) läuft derzeit in NRW als Schulversuch. Laut SPD-Antrag hat Aldenhoven im Genehmigungsverfahren nur eine Chance mit der „innovativen” Variante 1 bis 10 und wäre damit zugleich Vorreiter in NRW, erläuterte Wassenhovens Fraktionskollege Markus Buder. Doch für Krapp ist das ein „Modellversuch im Modellversuch”, der rechtlich auf unsicheren Füßen stehe.

Zugleich kritisierten er und der CDU-Ratsherr Wilhelm Kleiker, dass es an pädagogischen Erfahrungswerten fehle, noch nicht einmal ein „grobes Konzept” vorliege sowie Eltern- und Lehrerschaft nicht von der SPD einbezogen worden seien. Ferner könne man jetzt die angestrebten Bildungspartnerschaften etwa mit Linnich „abschreiben”, Aldenhoven isoliere sich im Kreis. Die SPD „zerschlägt die gesamte Aldenhovener Schullandschaft” mit ihrem Alleingang.

„Nehmen alle mit ins Boot”

Dagegegen betonte Wassenhoven, dass es sich um eine „Grundsatzentscheidung” handele, die unter Düsseldorfer Zeitdruck beschlossen werden müsse, um bei grünem Licht aus der Landeshauptstadt im Sommer 2012 starten zu können Das sei aber „kein Weg, der nicht mehr korrigierbar ist”.

Buder unterstrich: „Ohne Eltern geht es nicht.” Wassenhoven: „Wir nehmen alle mit ins Boot.” Und sollten Eltern skeptisch bleiben, könnten ihre Kinder die Siersdorfer Grundschule besuchen oder sie nach dem 4. Schuljahr in der Gemeinschaftsschule auf eine benachbarte Schule schicken. Zugleich verwiesen die Sozialdemokraten darauf, dass die Gemeinschaftsschule in anderen Bundesländern „gängige Praxis” sei. Das betonte auch der FWG-Fraktionsvorsitzende Dieter Froning: „Die Schule wird nicht neu erfunden.” Auch für die Gemeinschaftsschule 1 bis 10 „gibt es Beispiele, die funktionieren”, versuchte er Bedenken aus der Lehrer- und Elternschaft auszuräumen. In Aldenhoven bestehe die Aussicht, „ein sehr erfolgreiches Schulmodell zu etablieren”.

Auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Willi Zander („Wir müssen etwas tun”) sprach sich dafür aus, „mangels Alternativen dieses Pilotprojekt zu starten”. Es sei eine „Chance”.
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