Jülich - Massive Kritik an Krankenhaus-Station

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Massive Kritik an Krankenhaus-Station

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Eine Station des St. Elisabeth-Krankenhauses ist in massive Kritik geraten. Klärung der Vorhaltungen ist Foto: Jonel

Jülich. Das St. Elisabeth-Krankenhaus Jülich sieht sich mit einem harten Patientenurteil konfrontiert. „Katastrophale Zustände, überlastetes und inkompetentes Personal, insbesondere auf Station M3“ lautete der Vorwurf, mit dem Harald Plonka die Geschäftsführung der Caritas Trägergesellschaft West (ctw) konfrontierte.

Auslöser dieser Kritik war der Krankenhausaufenthalt seines Bruders, der auf eben jener Station die letzten Tage seines Lebens verbrachte und Ende Juli an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb.

Der breit gestreute Brief, der unter anderem auch drei Krankenkassen übermittelt wurde, stelle keine Abrechnung mit den Krankenhaus dar, betonten Harald Plonka, seine Ehefrau Annemarie und die Witwe des Verstorbenen, Juliane Plonka im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir wollen erreichen, dass das Krankenhauspersonal darauf achtet, dass den Patienten vernünftig geholfen wird und dass sie mit Würde und Respekt behandelt werden.“ Sie selbst hätten dies vielfach nicht erfahren.

Die Beispiele, die Harald Plonka aufführt, füllen anderthalb DIN à 4-Seiten. Geschildert wird darin die häufige Suche nach einem Arzt, um Fragen zum Zustand des Patienten oder nach Behandlungsmethoden zu stellen oder sogar auf eine Untersuchung zu bestehen. So sei Hans Werner Plonka nach einem Sturz in seinem Krankenzimmer, bei dem er mit dem Hinterkopf aufgeschlagen sei, erst nach 15 Minuten versorgt worden. Ein CT (Computertomographie) sei erst auf Drängen von Ehefrau Juliane drei Tage später angeordnet worden.

Einen mittelbaren Zusammenhang zu dem Sturz sehen die Plonkas in dem Umstand, dass Horst Plonka und die ihn begleitende Ehefrau nicht in einem vorab zugesagten Zimmer mit eigener Toilette untergebracht wurden, der Patient aber häufiger eine Toilette aufsuchen musste. In seinem geschwächten Zustand sei der längere Weg eine zusätzliche Belastung gewesen. Das zugesagte Zimmer erhielten Horst Werner und Juliane Plonka nach einer Woche.

Die Liste der Kritikpunkte ist weit länger und reicht von falscher Salbengabe über drohende Druckstellen wegen nicht beziehungsweise in zu langen Abständen erfolgter Umlagerung des Patienten bis zu Nichtbeachtung durch das Pflegepersonal. „Auf die Aussage des Personals ‚Ich komme gleich!‘ passierte oft nichts.“

Besonders tief getroffen habe sie, schilderte Juliane Plonka, dass erst zwei Stunden, nachdem ihr Mann gestorben war, ein Arzt kam, um den Tod festzustellen.

Dass es dafür eventuell einen nachvollziehbar Grund gegeben haben könnte, zumal es sich um einen Sonntag, einen Tag mit dünnerer Personalausstattung gehandelt habe, führte Dirk Offermann als mögliche Erklärung der Verzögerung an. Das, so der Geschäftsführer des Krankenhauses, werde genauestens geprüft wie auch alle übrigen Vorhaltungen der Familie des Patienten. Eine erste Sondierung habe ergeben: „Der Patient ist medizinisch einwandfrei versorgt worden.“

Ohne öffentlich im Einzelnen auf die Vorwürfe der Familie Plonka einzugehen, verwies Offermann auf das eigens als Nahtstelle zwischen Patienten und Krankenhausversorgung eingerichtete Beschwerdemanagement. Es sei bedauerlich, dass die Familie nicht über diesen Weg das Gespräch gesucht habe, sondern in dieser Weise sehr subjektiv und emotionale reagiert habe.

Dessen ungeachtet werde nicht nur im Hause mit dem Pflegepersonal und dem Arzt gesprochen, „Wir werden auch mit der Ehefrau und dem Bruder ein Gespräch führen – zeitnah.“ Ein Termin ist zwischenzeitlich schon gesetzt. Dirk Offermann gab sich überzeugt: „Wir haben hier keine katastrophalen Zustände.“ Die Sache werde sauber geklärt: „Sollten Fehler passiert sein, werden wir uns dafür entschuldigen.“

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