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Marathonmann Engelhoven peilt „die 2” an

Von: Otto Jonel
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Keine Flucht nach vorn, sondern durch gezielte Vorbereitung mehr als eine Nasenlänge voraus: Dominic Engelhoven aus Freialdenhoven, der Marathonmann. Foto: Jonel

Freialdenhoven. Es war eher Liebe auf den zweiten Blick. Seinen ersten Marathon lief Dominic Engelhoven 2004 in Frankfurt. 3:44 Stunden. „Danach hatte ich erst mal keine Lust auf Laufen”, erinnert sich der 24-Jährige lächelnd. Das änderte sich schon bald.

Der junge Mann aus Freialdenhoven begann, sich ernsthaft auf die klassischste aller Laufstrecken vorzubereiten. Wenn er am 20. September beim großen Berlin-Marathon an den Start geht, will er nicht weniger, als die 3-Stunden-Marke knacken.

Für die „2” auf der Stoppuhr muss Dominic Engelhoven schon etwas tun. Etwas? „Ich komme so auf 100 Kilometer pro Woche”, überschlägt er sein Trainingspensum. „Das ist schon ziemlich zeitintensiv”, gibt er zu. „Geht aber. Ist alles eine Frage der Organisation.”

Muss es wohl sein, denn zwischenzeitlich wohnt der 24-Jährige wieder im heimischen Freialdenhoven, während er International Business in Maastricht studiert. „Im Februar 2010 bin ich mit dem Master fertig”, hat er den Abschluss schon in Sicht. Und dann? „Irgendwas im Managementbereich.”

Meist allein unterwegs

Zeit zum Überlegen bietet sich einem Marathonläufer reichlich. In seinem ausgeklügelten Trainingsplan, der eine 6-Tage-Woche abdeckt mit Intervalltraining (zwölfmal 400 Meter), Tempoläufen und und Dauerläufen ist er auf sich allein gestellt.

Wer will, oder besser kann schon 30, 35 Kilometer „am Stück” abspulen - nur so als Übung? „Zu 98 Prozent laufe ich allein”, sagt er und erinnert sich an einen Kumpel, der einmal das Training mitgemacht hat. „Aber in der Regel kann man dafür keinen motivieren.”

Buchstäblich vor der Haustür beginnt das fast ideale Trainingsgebiet des Langstreckenläufers. „Meine längste Strecke ist 36 Kilometer lang.” Immer über einsame Wirtschaftswege und nur einmal über eine Straße. „Da läuft eine Menge Kopfkino ab.”

Im Rennen sei das anders. „Da macht man sich keine großen Gedanken.” Da kommt ein anderer Faktor hinzu. „Zuschauer sind mir ganz wichtig”, betont Engelhoven. „Dieser Faktor puscht ganz schön”, gerät er geradezu ins Schwärmen, wenn er an den Hamburg-Marathon denkt und Tausenden von Menschen an den Landungsbrücken, die die Läufer anfeuern.

Die haben das auch bitter nötig. „Das Schwierigste ist die erste Dreiviertelstunde, bis der Motor rollt”, schildert Dominic Engelhoven die Phasen auf dem langen Weg bis zum Ziel. „Ab Kilometer 30 bis 33 fällst du ins Loch. Ab 40 tut alles weh. Da läuft nur noch der Körper. Wenn man das Ziel vor Augen hat, dann fliegt man wieder.” Richtig eingebrochen sei er noch nicht, sagt Dominic nicht ohne Stolz.

Das verwundert fast, weil er von der Natur nicht gerade mit der klassischen Statur eines Langläufers ausgestattet ist, sondern sehr athletisch gebaut eher dem Idealbild eines Sprinters entspricht. Aber „richtig übel” ist es ihm bisher nur einmal gegangen. Das war beim Eschweiler Halbmarathon im März. „Da gings nur rauf und runter.”

Halbmarathon läuft Dominic Engelhoven nicht nur aus Spaß, sondern sehr bewusst mit Blick auf die 42-Kilometer-Distanz. Aus der Halbstrecke lasse sich die Laufzeit für den Marathon prognostizieren. Zwei Wochen vor seinem Berlin-Marathon absolvierte der Ausdauerspezialist seinen Prognose-Halbmarathon in Köln.

830 Läufer kamen ins Ziel, der Freialdenhovener mit einer Zeit von 1 Stunde 23 Minuten und 10 Sekunden als 22. des Gesamtklassements - als 2. in seiner Altersklasse. Das lässt ihn und seinen Tross auf eine Zeit deutlich unter drei Stunden in der Hansestadt hoffen.

Und was kommt nach Hamburg? „Nächstes oder übernächstes Jahr will ich zum New York Marathon. Das ist das Größte!”

Bis dahin läuft noch viel Kopfkino auf den Wirtschaftswegen weit hinter Freialdenhoven.
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