Machtvoller Operntenor und einschmeichelnder Schmusesänger

Von: Hilde Viehöfer-Emde
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Die beiden Tenöre4you trafen
Die beiden Tenöre4you trafen mit ihrem Programm und einem Mix verschiedener Musikrichtungen den Geschmack des Publikums. Foto: Wolfgang Emde

Jülich. Beliebte Opernarien, Musical-Melodien, Kunstlied und Volkslied sind Elemente der Konzertprogramme, die immer wieder Menschen in die Konzertsäle locken.

Unterhaltungsmusik auf gehobenem Niveau versprach auch der Abend, zu dem die beiden Tenöre Tony Tchakarov und Plamen Patrov in die Propsteikirche einluden. Viele Menschen folgten der Einladung und bewiesen damit, dass auch die leichtere, unterhaltsame Form der Konzerte sehr gefragt und beliebt ist.

Zwei Tenöre, die von der Stimmlage zwar dem Titel entsprachen, vom Stimmvolumen und der Ausbildung der Stimme aber nicht unterschiedlicher hätten sein können. Tony Tchakarov brillierte mit klassisch ausgebildeter Stimme, die auf kein Mikrofon und Verstärker angewiesen war. Plamen Patrov eroberte die Herzen der Zuhörer mit seiner Schmusestimme in Tenorlage und wusste die Möglichkeiten der Technik wohl zu nutzen.

Den beiden Sängern musste der Zuhörer jedoch ein absolutes harmonisches Miteinander und Ergänzen attestieren. Die Stimmen ergaben zusammen ein Bild von Pop und Klassik, das in sich harmonisch und stimmig war. Das wussten auch die Zuhörer in der Propsteikirche zu honorieren und genossen den musikalischen Abend.

Die Ausstrahlung der Sänger und ihr gemeinsamer Auftritt waren durchaus harmonisch, in der Inszenierung und Präsentation perfekt aufeinander eingestimmt. Das Genre baute auf klassisch ausgebildete Stimme und dazu passendes stimmliches Pendant.

Die Illumination des Altarraumes und die Lichteffekte gaben der ehrwürdigen Kirche Bühnenatmosphäre für die musikalische Show der beiden Sänger, deren Altersunterschied einen eigenen Charme beinhaltete.

Zum Teufel mit dem Mikro

Bei verschiedenen Beiträgen von Tony Tchakarov wünschte man sich trotz des kirchlichen Rahmens das Mikro buchstäblich „zum Teufel”. Er hatte es wirklich nicht nötig. Seine Stimme füllte den Kirchenraum ohne technische Hilfsmittel und erstrahlte in wunderbarem Tenorglanz. Er beherrschte das Repertoire der facettenreichen Stimmlage perfekt.

Bei einigen Beiträgen litt die Qualität an der Korrespondenz zum Playback der orchestralen Einspielung. Sie brachte einige Einbußen, besonders bei dem Schlusston der beiden Tenöre bei „Time to say goodby”. Das tat wirklich weh und dem gesamten guten Eindruck einigen Abbruch.

In der Gesamtheit des Programms war natürlich das Einbringen der Technik unabdingbar, denn Plamen Patovs Stimmvolumen war den Ausmaßen eines Kirchenraumen nicht gewachsen. Seine angenehme und schmeichelnde Schmusestimme im Zusammenklang mit der ausgebildeten Stimme seines Partners hatte ihren eigenen Reiz. Die ist in den letzten Jahren sehr populär geworden.

Die beiden folgten damit klassischen Vorbildern aus dem Zusammenschluss von Pop und Klassik. Den Erwartungen des Publikums wurde dieser Konzertabend voll gerecht. Klassik, Musical, Gospels, Spirituals, Volks- und Filmmusik schlossen sich zu einem harmonischen Reigen. Von dem reizvollen Kontrast zwischen strahlendem Tenor und Schmusestimme, flexiblem Stimmeinsatz und dem populären Pop-Klassik-Programm lebte der Abend seinen Erfolg. Herzlicher Applaus dankte den Künstlern.
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