Linnich - Luthers Frau im Linnicher Spiel zur Reformation

Luthers Frau im Linnicher Spiel zur Reformation

Von: ptj
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„Wenn Frieden im eigenen Haus ist, kann Frieden in der ganzen Welt sein”: Dies wusste schon Katharina von Bora, im evangelischen Regionalgottesdienst zum Reformationstag dargestellt von der Dieburger Schauspielerin Elisabeth Förster. Foto: Jagodzinska

Linnich. Der regionale Reformationsgottesdienst, diesmal ausgerichtet in der evangelischen Kirche Linnich, beinhaltete eine besondere „Verkündigung”: Die Dieburger Schauspielerin Elisabeth Förster stellte am Altar, auf sich dem ein Bildnis Martin Luthers befand, dessen Ehefrau Katharina von Bora dar.

Das überzeugende Schauspiel in drei langen Akten widmete sich zunächst ihrer Erziehung durch Nonnen im Brehnaer Kloster an Mutters statt, die früh verstarb.

„Der liebe Gott wohnte ja bei uns im Kloster”, sagt Katharina, die „noch kein Ohr für die Versucherstimme hatte”. Auf Vaters Wunsch wird sie im Kloster Nimbschen mit 16 Jahren eine „Braut Christi. Bis zur Heiligkeit hab´ ich es jedoch nicht gebracht”, gesteht sie ein, die sich jedoch „des Gebetes freute”. Aber Katharina fühlt sich nicht bestimmt zur Nonne auf Lebenszeit. Schnitt, musikalisches Zwischenspiel.

Nicht noch den Gehorsam...

Katharina von Bora ist nun Martin Luthers „treues Eheweib” und Mutter seiner Kinder, mit modernen Ansichten: „Welcher Mann mag sein Tagwerk schaffen ohne die Hilfe seiner Frau”? oder „Martinus, es ist schwer genug, dich immer zu lieben. Verlang´ nicht noch den Gehorsam”, rezitiert die Schauspielerin.

Im nächsten Akt blickt sie zurück auf ihre Flucht mit weiteren Nonnen 1510 mit Hilfe Martin Luthers ins „schwarze” Augustinerkloster zu Wittenberg, nach monatelanger Selbstmarterung: „Wollten wir wirklich fliehen in eine ungewisse Zukunft?” Aber dann „legte ich den Schleier ab, gab meinem Körper wieder zu essen und bekam die Kraft, die ich brauchte für mein Leben in Freiheit”.

Zunächst ist sie Schützling Luthers und „immer noch nicht versorgt”. 1521 wird die Reichsacht über Luther verhängt, weil er seine Schriften nicht widerrufen will.

1525 brechen die beiden ihre Klostergelübde und heiraten. Während „Martinus” studiert und die Bibel übersetzt, kämpft Katharina von Bora gegen die Schulden, verwaltet und bewirtschaftet umfangreiche Ländereien, kümmert sich um sechs eigene und elf Kinder verstorbener Geschwister, die Viehzucht, braut Bier und bewirtet die vielen Studenten, die Luther besuchen.

„Wer schafft herbei, was der geistliche Magen braucht?”, beschwert sie sich bei der „erlauchten Männerwelt”. „Gott hört mich auch in der Küche”, findet sie keine Muße, nach Luthers Wunsch „die Bibel bis Ostern zu lesen”.

Im letzten Akt mit vielen Schicksalsschlägen stellt sie heraus, wie sehr sie ihren weichherzigen „Doktor” liebt, der 1546 in Eisleben seine letzte Predigt hält. Als Witwe muss sie Armut, Ärger, Spott, die Pest und eine Flucht nach der anderen ertragen.

„Wird man sich in 100 Jahren unserer noch erinnern? Hast nie eine zweite Kirche gewollt und jetzt ist sie da” - mit diesen nachdenklichen Worten endet das Schauspiel und leitet über zu Luthers Kirchenlied: „Eine feste Burg ist unser Gott”, mit dem der Gottesdienst mit Orgel- und Posaunenspiel begonnen hatte.

Luther wollte nach Aussage des Schauspiels in Linnich das, was Pfarrer Bernhard Jacobi auch eingangs betont hatte: „Zurückführen zum Ursprung auf das, was Jesus gewollt, gesagt hat. Luther hat uns die Tür zur Reformation geöffnet”.
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