Linnich - Linnichs Schulen zwischen Ebbe und Flut

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Linnichs Schulen zwischen Ebbe und Flut

Von: ojo
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Wenn hier die Hückelhovener Gesamtschule eingerichtet wird, wird das Wellen bis nach Linnich schlagen. Foto: Schuldei

Linnich. Die Stellungnahme zur geplanten Gesamtschule in Hückelhoven-Ratheim hatte der Linnicher Schulausschuss in seiner eigens dafür angesetzten Feriensitzung schnell abgehakt. Die Einrichtung einer Gesamtschule in der Nachbarkommune wird abgelehnt, und zwar einhellig, „weil originäre Linnicher Interessen berührt werden”.

Das klingt nüchtern sachlich. Eine ganz andere Färbung herrschte in der vorangegangenen Diskussion. In der war von einer ernsthaften Bedrohung des Schulstandorts Linnich die Rede. Und beileibe nicht nur ausgehend von der geplanten Gesamtschule. Als Schlüsselproblem kristallisierte sich letztlich heraus, dass Linnich seine Schullandschaft eventuell neu gestalten muss, um im Konkurrenzkampf um Schüler nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Wie vielschichtig die Problemstellung ist, zeigte der Diskussionsverlauf. Die aufgeworfenen Fragen reichten von der Beförderungsproblematik der Schüler im Sekundarbereich von und nach Linnich (Michael Hintzen, PKL) über die verbleibenden Möglichkeiten, den Linnicher Schulstandort zu stärken (Hans-Friedrich Oetjen, SPD) bis hin zu unterschiedlichen Auffassungen, von wem die Initiative ausgehen müsse.

Während Realschulrektorin Reinhild Behr-Bennemann eine - am besten einstimmige - Richtungsentscheidung von Politik und Verwaltung forderte, sah Jakob Wiesler (CDU) eher die Schulen und die Eltern in der Pflicht, darüber zu entscheiden, wie Schule künftig strukturiert sein soll. Eine breit angelegte Diskussion mit den unmittelbar Betroffenen - Eltern und Schulen - hielt auch Karl-Heinz Hilfert (Grüne) für den gangbaren Weg.

Form und Inhalt

Unterschiedlich waren ebenfalls die grundsätzlichen Ansätze. Während bei SPD und Grünen über die Schulform - Gemeinschaftsschule - nachgedacht wurde, ging es der CDU mehr um die Inhalte. Leo Cremer und Peter Leufen sahen in der inhaltlichen Ausrichtung und einem hohen Qualitätsstandard den wesentlichen Gradmesser, die Linnicher Schulen auch gegen andere Schulformen zu wappnen. Ähnlich argumentierte Henny Selter (FDP). Man solle sich weniger auf einen Schultyp, als vielmehr auf Kooperation und Ganztagsbetrieb einstimmen, riet sie.

Während der Sitzung rückte der Faktor Zeit immer stärker in den Vordergrund. „Die Gesamtschule Ratheim wird kommen”, hakte Oetjen ab und griff die drängende Forderung von Kurt Beaujean (CDU) aus der früheren Schulausschusssitzung auf, dass Linnich alles daransetzen müsse, seinen Schulstandort auszubauen.

Da „eine Gesamtschule in Linnich sich auf absehbare Zeit nicht realisieren” lasse - eine Einschätzung, die Bürgermeister Wolfgang Witkopp nachdrücklich teilte -, sei die Gemeinschaftsschule ein Lösung. Umgehend zu klären sei, ob angesichts der Ende November auslaufenden Frist die Schaffung einer Gemeinschaftsschule zum Schuljahr 2011/12 noch möglich sei.

Um schnell Ideen umsetzen zu können, war Henny Selter zu Opfern bereit. „Wir können jetzt nicht auf den Kreis warten”, sprach sie den schwebenden Schulentwicklungsplan des Kreises an.

In der nächsten Ausschusssitzung werden die Ärmel hochgekrempelt werden müssen. Die Zukunft ruft.
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