Linnicher Kultursommer reicht bis in den November

Von: ojo
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Das sieht doch schon gut aus: Dorothea Gerards (v.l.), Karl-Heinrich Herzogenrath, Hilde Gottfroh, Kurt Beaujean und Lore Hilger sind mit dem Programm des Linnicher Kultursommers recht zufrieden. Foto: Jonel

Linnich. Der Druckauftrag ist erteilt. Dennoch ist das gedruckte Wort nicht unbedingt das letzte. Das Programm des Linnicher Kultursommers steht zwar weitgehend, aber für Nachmeldungen und spontane Ergänzungen gibt es wie schon in den früheren Jahren keine Meldefrist. Sehen lassen kann sich das, was bereits feststeht, auf jeden Fall.

In einer der letzte Arbeitssitzungen vor dem offiziellen Sommeranfang der kulturellen Art in dem Städtchen an der Rur hatten Kurt Beaujean, Dorothea Gerards, Hilde Gottfroh und Karl-Heinrich Herzogenrath eine beträchtliche Liste an Veranstaltungen vor sich. Und einmal mehr überrascht die Vielfalt an kulturellen Facetten, die in einem doch recht kleinen Städtchen alljährlich über mehr als drei Monate aufgeboten wird. Üblicherweise endet das Sommerprogramm im September. Diesmal reicht es bis in den November hinein. Den Schlusspunkt setzt das Zeitcafé mit dem Film „Wintertöchter“ am 14. November.

Skulpturenweg bleibt unbestückt

Eine feste Größe in der Kultursommer-Tradition wird heuer allerdings aussetzen. Der Skulpturenweg am Rurufer wird nicht bestückt. Es mangelt nicht an Interesse. Die Organsiatoren des Skulpturenwegs, das Künstlerehepaar Bina und Wilfried Theisen, mussten in diesem Jahr aus persönlichen Gründen aussetzen. Ebenfalls nicht auf dem Plan findet sich das beliebte Bobby-Car-Rennen am Rurdorfer Berg. Der Verein „Rurdorf-Special“ setzt ein Jahr aus, um 2015 ganz groß mit einem offiziellen Meisterschaftslauf des Verbandes einzusteigen.

Ungeachtet dessen bleibt noch reichlich Kulturgut übrig. Dazu zählt natürlich die laufende Campendonk-Ausstellung im Glasmalerei-Museum. Dazu zählt auch der Veranstaltungsreigen zum Jubiläum der Orgel in der evangelischen Kirche, das mit einer Reihe von Konzerten auf dem 250 Jahre alten Instrument gebührend gewürdigt wird.

Die musikalische Eröffnung des Kultursommers erfolgt am 31. Mai mit der Formation „Los Barstardos“, die in der Aula der Realschule am Bendenweg ein rockiges Feuerwerk zünden. Einige Stunden zuvor wird der „Statt-Garten“ (wir berichteten) an der Stadthalle eingeweiht, ein Stück Garten-Kultur sozusagen.

Zu den musikalischen Beiträgen im Kultursommer zählen neben besagten Orgelkonzerten auch eine Begegnung mit der Volksmusik aus dem Irak, das der Verein „Kultur ohne Grenzen“ organisiert (1. Juni, 15 Uhr, evangelische Kirche), ein Sommernachtsspecial mit Bernhard Gerards (8. August) sowie Jiddische Lieder und Klezmer (5. September) sowie schließlich die „Cascade Musicale“ (28. September in St. Martinus). Das Ensemble für alte Musik „caterva musica“ aus Gelsenkirchen feiert auf seine Weise den 300. Geburtstag von Carl Philipp Emmanuel Bach am 25. Juli in der Alten Kirche Körrenzig.

Ausstellung in Vierkanthof

Nicht nur dem Ohr, sondern auch dem Auge trägt der Kultursommer Rechnung. „Andere Ansichten – Der Anfang des 20. Jahrhunderts in Farbe“ heißt eine Fotoausstellung von Nico Lindtstätt (1. Juni im Rathaussaal).

Im Vierkanthof Schulze in Körrenzig wird am 13. Juni eine Ausstellung mit Textilkunst, Malerei und Fotografie eröffnet. Ein Kind der ersten Stunde, als der Kultursommer noch eine Kulturwoche war, ist die Schaufenstergalerie, die vom 1. Juli bis 30. August quasi im Vorbeigehen zu bestaunen sein wird. Hilde Gottfroh, die diese Schau organisiert, ist etwas bekümmert. „Ich habe von einigen Geschäftsinhabern Absagen erteilt bekommen.“ Diese Erfahrung hatte sie allerdings auch im Vorjahr machen müssen.

Abgerundet wird das Kultursommer-Programm mit einigen Schmankerln, die schon fast Kultstatus haben. Da ist zum einen die Kulinarische Krimilesung am 12. Juli im Gewölbekeller am Kirchplatz und der Kunstschmaus im Glasmalerei-Museum, der diesmal unter dem Motto „Havanna“ steht und kubanisches Flair versprühen wird (2. August). Kulinarischen Genuss verspricht ohne Zweifel „Eine Reise durch das alte und moderne Äthiopien“, die nicht nur Informatives zu bieten hat, sondern angereichert wird mit einer Kaffee-Zeremonie samt Ausschank durch Elsa Fikru aus Eritrea.

Naturführung an der Rur

Ebenso Standard sind die Naturführung an der Rur wie auch die Ausfahrten per Rad. Etliche Vorträge. Lesungen – selbst der Herr Jedönsrat gibt sich die Ehre – und ein Kabarettabend mit Hans Georgi runden das Kultursommer-Programm ab. Es wird also viel geboten – und könnte doch einiges mehr sein. Denn als „Gesamtprojekt“ wird der Kultursommer offenbar nicht verstanden.

Allein Körrenzig, Ederen und Rurdorf halten die Fahnen der Ortschaften hoch. „Ein bisschen schade ist, dass die Schulen nicht teilnehmen“, stellt Dorothea Gerards fest. Aber das hänge wohl mit der Veränderung in der Linnicher Schullandschaft zusammen, überlegt sie fast schon entschuldigend.

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