Linnicher Ex-Junkie: Drei Monate Haft auf Bewährung

Von: gep
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Linnich/Jülich. Im Dezember 2011 wurde H. (23) in Linnich von der Polizei im Schlaf überrascht. Die Beamten stellten Amphetamin, Marihuana und LSD-Trips sicher. Jetzt stand der „langjährige Drogenkonsument“, so die Staatsanwältin, vor dem Amtsgericht Jülich.

H. gestand, die Drogen von einem „flüchtigen Bekannten“ erworben zu haben. Er habe sie „nicht weiterverkaufen“ wollen, sondern sie auf seiner Geburtstagsparty eine Woche später mit seinen Gästen konsumieren wollen. Das sei, so zeigte er sich reuig, „totaler Blödsinn“ gewesen.

Er habe, was bei der Urteilsfindung strafverschärfend gewesen wäre, nicht mit Rauschgift handeln wollen, betonte er. Die in der Wohnung sichergestellte Waage und die dort ebenfalls gefundenen Clip-Tüten hatten zunächst den gegenteiligen Verdacht genährt. H. widersprach, die Waage habe er „nur zum Kontrollieren“ der von ihm eingekauften Drogenmengen benutzt.

Wie er selbst und sein Verteidiger erklärten, habe er, der teilweise einen Tageskonsum von „locker fünf Gramm“ hatte, sich gewandelt. Er nehme „garnichts“ mehr. Eine Entwöhnungstherapie habe er erfolgreich abgeschlossen. Er absolviere ein Praktikum und habe einen Ausbildungsplatz in Mönchengladbach in Sicht. „Die Zusage ist da“. so sein Anwalt.

Er wisse, dass dies „seine letzte Chance“ sei. „Er kann die Kurve kriegen.“ Seine Familie kümmere sich um ihn. Er werde künftig im Haus seiner Großmutter im Kreis Heinsberg wohnen. Und er habe, fügte der Verteidiger hinzu, „eine feste Beziehung zu einer jungen Frau, die nichts mit der Drogenszene zu schaffen hat“.

So plädierte die Staatsanwältin auf eine „kurze Freiheitsstrafe“ von drei Monaten auf Bewährung. Dafür spräche, dass er seinen Lebenswandel geändert habe. Auch habe es sich, was den zur Verhandlung stehenen Straftatbestand betreffe, nur um den Besitz, nicht um den Handel von Drogen gehandelt. Zudem handele es sich um seine „erste Verfehlung“ als Erwachsener. Allerdings wären bei ihm auch „harte Drogen“ sichergestellt worden.

Nach Paragraph 29 des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) wird „mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer Betäubungsmittel besitzt, ohne zugleich im Besitz einer schriftlichen Erlaubnis für den Erwerb zu sein“.

Seit 2005 war H.am laufenden Band zu Jugendstrafen verurteilt worden. Meist hatte es sich dabei um Drogendelikte, aber auch um Raub, Sachbeschädigung und Fahren ohne Fahrerlaubnis gehandelt.

Auch Strafrichterin Claudia Wolny beeindruckte die „postive Prognose“, die H. gestellt wurde. Sie erkannte auf eine dreimonatige Freiheitsstrafe mit dreijähriger Bewährung und einigen Auflagen, darunter ein regelmäßiges Drogen-Screening.

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