Linnich muss viel Geld in die Kanäle stecken

Von: ojo
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Blick in die Röhren: Hohen Bedarf an Abwasserrohren gibt es in Linnich, wo diverse Kanäle saniert oder erneuert werden müssen. Foto: imago/Heike Schreiber

Linnich. Im Linnicher Stadtkern geht es in den Untergrund. Gleich in drei Bereichen stehen Kanalsanierungen auf dem Arbeitszettel. In seiner letzten Sitzung im laufenden Jahr blickte der Werksausschuss auf das Programm, das noch eine Reihe Fragen aufwarf. Klar umrissen sind die neuralgischen Punkte oder besser Strecken, für die das Ingenieurbüro Meyer aus Stolberg den Sanierungsbedarf und die entsprechenden Maßnahmen ermittelt hat.

Es handelt sich zum einen um den Bereich Rurstraße/Bendenweg, zum anderen um die Welzer Straße. Basierend auf Videoaufnahmen aus dem letzten Jahrzehnt ist dort, wo die Schäden am und im Kanal größeren Ausmaßes sind, die Sanierung in offener Bauweise vorgesehen. Die Straße wird aufgerissen, der Kanal freigelegt und ausgetauscht. Dort, wo die Schäden nicht ganz so massiv sind, wird das Inliner-Verfahren angewandt. Dabei wird in den vorhandenen Kanal eine neue Röhre eingezogen. Bei kleineren Schadstellen soll schließlich per Roboter saniert werden.

Von Mühlenteich bis Rurbrücke

Absehbar ist die offene Arbeitsweise am Kanal in der Rurstraße. Die Sanierungsstrecke reicht vom Mühlenteich bis zur Rurbrücke. Kalkuliert wird mit Kosten von rund 378.000 Euro. Mit 570.000 Euro werden die Arbeiten am Kanal Bendenweg/Rurstraße angesetzt. Dort soll überwiegend das Inliner-Verfahren praktiziert werden.

Teuerste Einzelmaßnahme ist mit 1,2 Millionen Euro die Kanalsanierung Welzer Straße. In den Gesamtkosten von 2,2 Millionen Euro sind nach Darstellung des Ingenieurbüros zwar die Regelung der Verkehrsführung und die Wassersicherstellung enthalten, allerdings nicht berücksichtigt sind die aktuellen Funde in der Rurstraße im Bereich der 40er Hausnummern zwischen Stadthalle und Einmündung Bendenweg. Dort werden zur Zeit Absenkungen gutachterlich bewertet, die möglicherweise auf einen alten Abwassergraben zurückzuführen sind.

Die Ausbaukosten ermittelt

Da die Rurstraße in die städtebaulichen Neugestaltung des Bereichs Stadthalle/Place de Lesquin eingebunden werden soll, hat das Ingenieurbüro ermittelt, was ein Fertigausbau der Straße kosten würde, und was, wenn die Straße nur provisorisch wiederhergestellt würde. Der Unterschied beträgt rund 150.000 Euro.

Und noch eine Summe wurde in der Sitzung genannt: Rund eine Million liegt der Gesamtbetrag der Kanalsanierung über dem, was im Haushalt veranschlagt wurde.

Hans-Friedrich Oetjen (SPD) sah auch nach dem Vortag so viel Klärungsbedarf, dass er den Planvorstellung nur zur Kenntnis nehmen wollte. Zu den Einzelaspekten, die eingehend besprochen werden müssen, zählt beispielsweise die Frage, in welcher Reihenfolge und zu welchen Zeiten die Kanalsanierung erfolgen müsse.

Volker Tissen (CDU) verwies in diesem Zusammenhang auf den sensiblen Bereich Bendenweg mit fünf Schulen als Anrainern. Da sollte die Kanalsanierung in den Ferien erfolgen.

Inlinerverfahren nahe der Schulen

Das Ingenieurbüro teilt die Bedenken nicht ganz. Offen werde am Kanal nur im vorderen Bereich zur Rurstraße „operiert“. Im gesamten schulischen Bereich komme das Inlinerverfahren zum Tragen, was bis auf die Kopflöcher ohne oberirdische Einschränkung erfolge. Klärungsbedarf zeichnet sich darüber hinaus auch auf der finanziellen Seite ab. Ingenieurbüro und Verwaltung wollen herausfinden, welche Förderungsmöglichkeiten bestehen und eventuell in Anspruch genommen werden können.

Bereits in Arbeit hat die Stadt ein Fremdwassersanierungskonzept, das mit Fördergeldern gespeist wird.

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