Körrenzig - Licht, Farbe und Bewegung: Spannung in der Kunst mal drei

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Licht, Farbe und Bewegung: Spannung in der Kunst mal drei

Von: Kr.
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Gerhard Hahn, Pit Siebigs und
Gerhard Hahn, Pit Siebigs und Ursula Schulze gestalteten gemeinsam die Ausstellung „Anschnitte”. Foto: Kròl

Körrenzig. „Anschnitte” haben Gerhard Hahn, Pit Siebigs und Gastgeberin Ursula Schulze ihre gemeinsame Ausstellung getauft, die sie auf dem schönen, alten Vierkanthof der Familie Schulze in Körrenzig ein Wochenende lang präsentierten. Aus drei verschiedenen Kunstrichtungen kommen die Künstler, die dennoch etliche Berührungspunkte aufweisen.

Sie alle drei setzten auf Spannung in ihrer Kunst, arbeiten mit Licht, Farbe und Bewegung. So bewegt sich Ursula Schulze zwischen Bild und Sprache und ist bestrebt, Rhythmus malerisch umzusetzen. Dies wird sowohl in ihren Acrylarbeiten, die mit Eiweißlasur und Asche zusätzliche Tiefe und Struktur erhalten, ebenso deutlich, wie in ihren Zeichnungen und Aquarellen. Deutlich wird die Rhythmik vor allem in ihren kreisrunden Zeichnungen, die aus der Bewegung spontan entstehen und diesen Kreis füllen.

Pit Siebigs bannt das Licht, ja selbst das spärliche Licht, das er in den dunklen Räumen einer Industriebrache noch auftut und durch enorm lange Belichtungszeiten einfängt. Dabei entwickeln seine Fotografien einen ganz eigenwilligen Charakter und ein intensives Licht und Schattenspiel.

Seine extrem großformatigen Bilder entstanden zum Großteil im Industriepark Oberbruch, für den er ein besonderes Faible hat. „Wenn ich eine Aufnahme mache, sehe ich das fertige Bild schon vor mir. Die Bilder werden nur ganz spärlich mit Photoshop bearbeitet”, sagt der Künstler und meint weiter, „während der langen Belichtungszeiten gehen meine Augen schon wieder auf die Suche nach neuen Motiven”.

Mit Ruß gezeichnet

Der Dritte im Bunde ist der Ingenieur, Bildhauer und Keramiker Gerhard Hahn. Pyrografy nennt er seine Keramikarbeiten, bei denen er mit Ruß zeichnet. Vieles ist dabei ebenso dem Zufall überlassen wie bei seinen Eisenarbeiten, doch durch die Ausnutzung der physikalischen Eigenschaften seines Materials, zwingt er ihm auch seinen Willen auf. So entstanden seine Eisenobjekte, die er als den gefrorenen Fluss des Eisens bezeichnet.

Durch die unterschiedliche Fließgeschwindigkeit des glühenden Eisens erhalten sie ihre Struktur. In den USA entstanden diese Objekte, wo eine Eisengießerei ihm künstlerisches Arbeiten ermöglicht. Aus Berlin stammt dagegen eine große Keramik, die er als „Bauch der Stadt” betitelt und die aus einem Zyklus „Suburban” stammt. An einen Verdauungstrakt erinnert sie, und, so sagt der Künstler, so ähnlich gehe es auch unter einer Stadt zu.
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