Licht an und Geld einsparen

Von: Otto Jonel
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Man sieht es der Körrenziger
Man sieht es der Körrenziger Hauptstraße nicht an, aber ihre Straßenlaternen verbrauchen ein Zwanzigstel des gesamtem Strombedarfs der städtischen Foto: Jonel

Linnich. Es war wortwörtlich eine erleuchtende Lehrstunde, in deren Genuss die Mitglieder des Linnicher Werksausschusses kamen. Zwei Ingenieurbüros stellten konzeptionellen Überlegungen vor, wie die Stadt Linnich die Straßenbeleuchtung technisch und wirtschaftlich optimieren könnte.

Die verlockendsten Aussicht fasste dabei Steffen Roß, Diplom-Ingenieur und Geschäftsführer der Aachener Firma WIRO Energie & Konnex Consulting GmbH. „Wir erwarten für Linnich eine Einsparquote von 40 bis 50 Prozent.” In Euro und Cent ergäbe das einen Betrag, an dem nicht zuletzt der Kämmerer seine helle Freude hätte. Bei jährlichen Stromkosten von 155.000 Euro allein für das Licht, das die Straßen und Plätze der Stadt erhellt, wären folglich 60.000 bis 75.000 Euro einzusparen.

Aber so weit ist die Stadt noch nicht. Sie hat zuvor die Qual der Wahl, wer den Zuschlag erhalten soll, eben ein komplettes Optimierungskonzept auszuarbeiten. Weder in Bezug auf die technische Seite noch mit Blick auf die finanzielle Seite liegen das Aachener Büro und das Rheinberger Ingenieurbüro Markus Skeide weit auseinander. Beide verfügen über bemerkenswerte Referenzen. So ist Skeide „empfohlener Partner der Energieagentur NRW”, wie er erwähnte.

Basis aller Überlegungen wäre die Erfassung des Ist-Zustandes. Sowohl Skeide als auch WIRO haben sich bereits einen ersten Eindruck verschafft, der natürlich vertieft werden müsste. So wartete Steffen Roß mit einer interessanten Erkenntnis auf: Größter Einzelverbraucher der stätischen Straßenbeleuchtung „ist die Hauptstraße in Körrenzig”. Ein Zwanzigstel des Gesamtstrombedarfs der Straßenbeleuchtung geht auf Kosten der Körrenziger Laternen.

Aus der Bestandsaufnahme inklusive der Schalttechnik ergeben sich die weiteren Schritte eines Optimierungskonzeptes. „Ich würde immer versuchen, den Maststandort zu erhalten”, sagt Markus Skeide. Er würde auf wartungsfreundliche Anlagen Wert legen. „70 Prozent der Kosten macht die Wartung aus”, nennt er bei der Langzeitbewertung einen wichtigen Faktor.

Bei der Empfehlung der zu verwendenden Technik stehen in erster Linie drei „Kandidaten” zur Wahl. Natriumdampf-Niederdruck- beziehungsweise Natriumdampf-Hochdruckleuchten, Halogen- oder LED-Leuchten.

Die derzeit höchste Effizienz haben die Natrium-Hochdrucklampen, LED-Leuchten haben hingegen die beste Farbwiedergabe und schmeicheln eher dem Auge als die gelbstichigen Natriumleuchten. Dafür ist die LED-Technik um den Faktor 2 (WIRO) oder 2 bis 3 (Skeide) teuerer.

Beide Firmen empfehlen eine Standardisierung der Straßenbeleuchtung. Wenige Leuchten-Typen statt straßenarchitektonischer Leuchtenmodellvielfalt.

Contracting

Die spannendste Frage enthält aber nicht die technische Seite, sondern hat mit Geld zu tun: Wie finanziert die Stadt die Umrüstung der Straßenbeleuchtung? Skeide wie auch WIRO würden in ihren Konzeptentwürfen mehrere Finanzierungsmöglichkeiten aufzeigen von der Übertragung gesamten Straßenbeleuchtung über selbstfinanziert mit günstigen Zinsen bis hin zu Contracting-Modellen.

Zu letzteren scheint die Stadt zu tendieren. Das ist der Bereich, dem Steffen Roß von WIRO besondere Aufmerksamkeit widmen würde. „Denn das Sanierungskonzept liegt relativ schnell vor”, sagte er.

2040 Lichtpunkte im Stadtgebiet mit einem gesunden Appetit auf Strom

In den 13 Orteilen der Stadt Linnich finden sich 2040 Lichtpunkte. 614 Straßenleuchten spenden Licht in der Kernstadt.

Bei den Leuchtkörpern handelt es sich überwiegend um Quecksilberdampflampen. Sie dürfen ab April 2015 nicht mehr gehandelt werden, sofern sie nicht festgelegte Energieeffizienz-Vorgaben erfüllen. Allgemein wird davon ausgegangen, dass ab 2015 die Hochdruckquecksilberdampfleuchten von den Straßen verschwinden.

Der gesamte Strombedarf der städtischen Straßenbeleuchtung liegt bei 880.000 Kilowattstunden pro Jahr. Die Energiekosten belaufen sich auf brutto 155.000 Euro.

Herkömmliche Leuchtmittel haben eine Lebensdauer von rund 20.000 Betriebsstunden. Longlife-Leuchtmittel bringen es auf 60.000 Betriebsstunden (etwa 12 Jahre). Nach Angaben von Markus Skeide kosten Longlife-Leuchten nur 18 Euro mehr.

Deutliche Kosteneinsparungen, so die Experten, lassen sich auch über die Schaltanlagen erzielen. An Nutzungszeiten angepasste Beleuchtungsstufen reduzieren den Energie- und damit auch den Kostenaufwand.
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