Siersdorf - Lettnerbogen: Das Renaissance-Prunkstück ist zurückgekehrt

Lettnerbogen: Das Renaissance-Prunkstück ist zurückgekehrt

Von: Adi Zantis
Letzte Aktualisierung:
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Die Wiederaufstellung des Lettnerbogens in der Siersdorfer Ordenskirche ist für Diplom-Restaurator Chris Theile (3. v. l.) ein Erfolg für seine weitere Kunsttätigkeit. Mit dabei (v. r.) Philipp Strugalla (Baureferent Region Düren-Eifel), Tischlermeister Rolf Schoenen (Schevenhütte), Diözesan-Baureferent Elmar von Reth, die KV-Mitglieder Hans-Josef Thoma und Michael Heinetzki und ein Mitarbeiter. Foto: Zantis

Siersdorf. Von „einem Glücksfall für die Kirchengemeinde Siersdorf” sprach Bau- und Kunstreferent Elmar von Reth des Bistum Aachens, als der Lettnerbogen nach dem Ausstellungsprojekt „Renaissance am Rhein” nun als restauriertes Prunkstück wieder an seinem ursprünglichen Platz aufgestellt wurde. Im Altarraum der St.-Johannes-Kirche in Siersdorf.

Allein schon die Tatsache, dass für die konservatorischen und restauratorischen Maßnahmen des Bogengebildes keinerlei Mittel erforderlich wurden und die ganze Aktion in einem Sanierungskonzept eingebunden war, ist für den Diözesanbeauftragten von entscheidender Bedeutung.

Eine markante Ausstellung

Hinzu kommt noch die eindrucksvolle Präsentation in einer „markanten Ausstellung”, in der mit neuen Erkenntnissen der modernen Forschung ein achtbares Ergebnis vorgestellt wurde. Für den Kunstreferenten von Reth ist auch die neu konzipierte, stabile Standfestigkeit des Lettnerbogens bemerkenswert. Im Gesamteindruck der kunstvollen Ausstattung ist die Siersdorfer Ordenskirche nach seiner Meinung „hochkarätig und von anerkennenswerter Bedeutung”.

Auch für Philipp Strugalla, zuständiger Referatsbeauftragter für Kirchenbau und Denkmalpflege in der Region Düren-Eifel, ist die Rückkehr der wertvollen Bogenkonstruktion bedeutsam: „Wir sind froh, dass der Lettnerbogen wohl behalten wieder zurück ist.” Mit besonderer Erleichterung hat auch stellvertretender KV-Vorsitzender Hans-Josef Thoma die Wiederaufstellung des lieb gewordenen Kunstwerkes in St. Johannes aufgenommen.

Seit April des Jahres 2009 war das kunstvolle Gebilde aus der Mitte des 16. Jahrhunderts in der Restaurierungswerkstatt des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) einer gründlichen und wissenschaftlich fundierten Erforschung unterzogen worden.

Im Zuge der restauratorischen Maßnahmen wurde die gesamte Struktur mit einer Diplomarbeit von Chris Theile (FH Köln) auch in seiner Standfestigkeit neu konzipiert und in wissenschaftlicher Ausrichtung der Holzbeschaffenheit und Statik aufgearbeitet.

Die Gelegenheit der Untersuchung im Rahmen einer akademischen Arbeit wurde unter anderem auch von Diplom-Restaurator Marc Peetz und Restauratorin Katharina Liebetrau vom Landesmuseum Bonn begleitet.

Im Jahr 1520 gestiftet

Als bedeutendes und einzigartiges Objekt ist demnach der Lettnerbogen um das Jahr 1520 zu datieren und wurde wahrscheinlich von Conrad von Reuschenberg (Komtur in Siersdorf von 1491 bis 1522) gestiftet.

Nach Einschätzung seiner Forschungsergebnisse hat Diplom-Restaurator Chris Theile viele Hinweise auf ein bedeutendes und einzigartiges Objekt auch im Wert des Erhaltungszustandes für den „Renaissance-Bogen” erforscht. Gerade diese gründliche Aufarbeitung stellt nach seiner Auffassung für seine selbständige, kunstgeschichtliche Tätigkeit in der Restaurierungs- und Konservierungstechnik einen besonderen Wert dar.

Hauptwerk der Renaissance

Auch in der Zeit vom 16. September 2010 bis Anfang Februar 2011 andauernde Ausstellungen „Renaissancen am Rhein” im Bonner LVR-Museum hat der sechs Meter hohe Lettnerbogen unter den 400 Exponaten eine überaus wertschätzende Aufmerksamkeit gefunden. „Das hölzerne Kunstwerk stellt ein Hauptwerk der Renaissance-Schnitzkunst dar!”, so bewerte Ausstellungsleiter Lothar Altringer das Bogengebilde aus der Siersdorfer Ordenskirche.
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