Freialdenhoven - Leipertz ist Einzelkämpfer

Leipertz ist Einzelkämpfer

Von: ojo
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Jakob Leipertz
Jakob Leipertz will sich als Einzelbewerber zur Wahl stellen. Foto: Jonel

Freialdenhoven. Es brodelte seit Monaten. Am Freitagabend platzte der Vulkan. Jakob Leipertz, seit 1990 Ortsbürgermeister in Freialdenhoven und seit 1994 Mandatsträger der CDU im Aldenhovener Gemeinderat, hat seinen Austritt aus der Partei und der Fraktion erklärt. Aber die Kommunalwahl am 7. Juni hat er nicht abgeschrieben.

„Nach Paragraph 15 des Kommunalwahlgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen werde ich parteilos kandidieren.” Die reinen Zahlen sind eindeutig. Bei der Kandidatenbenennung des Freialdenhovener CDU-Ortsverbandes erhielt Leipertz am Freitag nur vier von 17 Stimmen. Elf Mitglieder gaben statt dessen Hans Josef Ackens, Vorsitzender des Ortsverbandes, den Vorzug. Zwei Mitglieder enthielten sich.

Der anerkannt verdienstvolle Leipertz sieht sich ausgebootet und als Opfer politischen Ränkespiels. Genau das aber, sagt Hans Ackens, habe man vermeiden wollen. „Das war so nicht gewollt.”

Letztendlich dreht sich offenbar alles um den Zeitpunkt des Rücktritts von der politischen Bühne. Den wollte der Freialdenhovener Ortsbürgermeister selbst bestimmen und sich nicht aufdrängen lassen. Die Szenarien, die man für ihn entworfen habe - Antritt bei der Wahl und in der laufenden neuen Legislaturperiode Übergabe des Mandats nach der Kommunalwahl an Hans Ackens oder die Variante Ackens als Ratsherr und Leipertz als Ortsvorsteher - habe er nicht mitmachen wollen.

Leipertz erklärte im Gespräch mit der Redaktion, Hans Ackens habe noch bis in den Dezember 2008 hinein betont, er werde auf eine Kandidatur verzichten, so lange er, Leipertz, antrete. Wie Ackens bestätigte wurde sogar eine Koppelkandidatin für Leipertz vorgeschlagen, die aber zurückzog.

Die Situation wandelte sich. Hans Ackens, der als Gemeindemitarbeiter nicht hätte kandieren dürfen, wird Ende April in Rente gehen. Für Juni steht einer Kandidatur für das Ratsmandat also nichts im Wege. Eigentlich habe er als Koppelkandidat die Zeit bis zum Abritt Jakob Leipertz - zu dessen 75. Geburtstag - nutzen wollen. Aber diesem Plan habe Leipertz nicht zugestimmt.

Die Konsequenzen des unverbrüderlichen Zwists sind nicht absehbar. Jakob Leipertz holte bei der letzten Kommunalwahl als CDU-Mann 588 Stimmen in Freialdenhoven, mehr als alle übrigen Parteien zusammen. Jede Stimme, die er am 7. Juni erhält, schwächt die CDU. Das ist Hans Ackens bewusst. Genau das habe man verhindern wollen, sagt er.

„Köbes” Leipertz hatte immer schon seinen eigenen Kopf. Sein Kampfgeist ist nun neu belebt. „Ich habe noch einige Projekte, die ich umsetzen will”, sagt er. Der Fahrradweg an der B56 von Freialdenhoven nach Dürboslar oder der Ausbau der K11 nach Merzenhausen. Dafür will der 72-Jährige noch einmal die Ärmel hoch krempeln.
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