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Landschaften werden erschaffen: Ausstellung in der Zitadelle

Von: Kr.
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Kunst in der Schlosskapelle: Der Maler Prof. Erwin Gross (Mitte ) mit Wolfgang Gunia (li.) und Marcel Perse. Foto: Kròl

Jülich. Für die zahlreichen Kunstfreunde war es zunächst einmal eine Überraschung. Leer geräumt bot die Schlosskapelle der Zitadelle einen ungewohnten Anblick, denn nur selten wird dieser altehrwürdige Raum mit seinen rustikalen Wanden zu Ausstellungszwecken genutzt.

Schon vor einigen Jahren hat der Leiter des Museums Zitadelle, Marcell Perse, Kontakt zu Prof. Erwin Gross aufgenommen. Er zählt nicht nur zu den bedeutendsten Landschaftsmalern unserer Zeit, sondern hat an der staatlichen Akademie für Bildende Künste Karlsruhe den Lehrstuhl inne, den Johann Wilhelm Schirmer (1807 bis 1863) als designierter Direktor einer neuen badischen Kunstakademie 1894 gegründet hat.

So ist also der Bogen geschlagen von Gross zu Schirmer und von Jülich zu Karlsruhe, wo auch eine große Schirmer-Sammlung existiert. Doch im Wesentlichen unterscheiden sich die beiden Künstler schon. Gross gibt nicht die Landschaften wieder, wie sie der Betrachter sieht, er schafft neue Landschaften und Räume. So schildern seine überraschend großformatigen Gemälde keine Orte. Sie erschaffen sie.

„Sie fordern den Betrachter heraus. Er muss die Bereitschaft mitbringen sich darauf einzulassen und in die Vielschichtigkeit der Gemälde einzudringen und sie zu erforschen und Dinge zu erfahren, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. Schirmers Bilder sind ein Geschenk, denn sie lassen uns über uns hinaus wachsen“, erklärte Marcell Perse, der den Künstler und zahlreiche Gäste willkommen hieß. Er erklärte außerdem, dass die Bilder in ihrer Hängung und mit dem gesamten Raum als Kunstwerk zu betrachten sind.

Neben seinen großformatigen abstrakten Arbeiten, die sehr zurückhaltend in der Farbgebung sind, hatte sich Gross auch mit dem Bildnis Schirmers „Heranziehendes Gewitter im römischen Campagna“, dessen Original sich in der Karlsruher Sammlung befindet, auseinandergesetzt. Auch Jülich hat dazu eine ganz hervorragende Arbeit, sie stand nun einem Bild von Gross gegenüber.

Ein zweites Bild ist im Pulvermagazin zu finden, dort wo ansonsten die Arbeit des gebürtigen Jülichers Schirmer ihren Platz hat.

Gemeinsam mit Perse begrüßte auch Jülichs stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Gunia die Gäste. Anschließend stand der Künstler den anwesenden Kunstfreunden Rede und Antwort. Die Ausstellung ist noch bis zum 1. September zu sehen.

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