Jülich - „Lagerfeuer“ entflammt Begeisterung pur

„Lagerfeuer“ entflammt Begeisterung pur

Von: ptj
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Beim „Lagerfeuertrio“ brennt die Hütte: (v.l.) Frontman Bernd Weiss, Basscajon-Virtuose Yann le Roux und der „studierte Fadenzieher im Hintergrund“, Heiko Wätjen. Foto: Jagodzinska

Jülich. Lagerfeuermusik im trüben Winter? Passt das? Beim Aachener Gute-Laune-Trio „Lagerfeuer“ auf jeden Fall. „Halb Jülich ist hier“, stellte Bernd Weiss, Gitarrist, Sänger und Frontmann des Aachener Lagerfeuertrios im ausverkauften Konzert in der KuBa-Kneipe sogleich erfreut fest. Das Publikum in Feierlaune ließ sich nicht lange bitten, unter rhythmischen Bewegungen seinen Mitgröhl-„Schalalalala“-Part beim gleichnamigen Stück aus eigener Feder zu übernehmen.

„Wir sind hier, um das Haus zu rocken“, kündigten die Interpreten gleich im Eröffnungssong an, verbunden mit der musikalischen Bitte: „Nehmt uns bitte nicht für voll.“ Der Publikumspart blieb beim anschließenden Cat-Stevens-Song „Wild World“ textlich gleich, wenn auch musikalisch wesentlich einfühlsamer.

Wie auf dem Background-Poster angekündigt, brannte (im übertragenen Sinn) die Hütte, nämlich die KuBa-Kneipe, wo das Trio mit flapsigen Sprüchen und echt guter Musik die Leute regelrecht mitriss. Mit Weiss standen Kontrabassist und Sänger Heiko Wätjen, der „studierte Fadenzieher im Hintergrund“, und Yann le Roux, Virtuose auf seiner Basscajon und laut Weiss „schönster Mann“ auf der Bühne.

Ein „kleines Lied über meine Sommerresidenz“ folgte, nämlich „Haus am See“ von Peter Fox. Der Text war nicht nur an Jülich angepasst, sondern variierte nach Lust und Laune: Mal hatte das Trio „20 Frauen und mein Kind ist schön“, mal umgekehrt, die Enkel spielten nicht Cricket, sondern Fußball auf dem Rasen. Mit ihren Folkloreinstrumenten coverten die drei queer Beet durch alle Musikrichtungen. „Du spieltest Cello“ sang Yann le Roux und kam dabei Udo Lindenberg ziemlich nahe – ohne Cello. Den weichen Klang und den großen Tonumfang des kleinen Streichinstruments ersetzte das Trio gekonnt durch einen besonders rhythmischen Part.

In ihren eigenen Stücken beschreiben die drei, was sie „wirklich machen, nämlich Straßenmusik“. Weiss war lange Jahre eine feste Größe in rheinischen Fußgängerzonen und sammelte reichlich Erfahrung: „Die Damen zerren an den Herren. Nee, lass uns weitergehen“, meinten diese. Mitreißen ließen sie sich letztendlich immer, zu Hunderten, was der Zuhörer gerne glaubt. „Eejo, das wird teuer. Drei Chaoten machen Musik ohne Noten“, sangen die Jungs in ihrem eingängigen Lied „Lagerfeuer“.„Ökonomischer kann man keinen Welthit gestalten“ als „Horse with no name“ von America, das nur mit den beiden Akkorden E-moll und D gespielt wird. Die Lagerfeuertrio-Interpretation klang genauso klasse wie alles andere, gecovert oder aus eigener Feder.

Spaßige „Lalala“-Singwettbewerbe schlossen sich an, zwischen den weiblichen und männlichen Gästen und zwischen dem dreistimmigen Trio und dem Publikum. Weiss deklarierte erst die Damen und später das Publikum zu Gewinnern. „Das ist nicht fair“ oder „Kennst du das auch?“, heißt der Titel, mit dem das Trio dreimal im WDR2 Musikclub zum Wochensieger der Szene NRW gekürt wurde.

„Der Burner“ war nach Zuhörermeinung die „Edition Blockflöte“ von „Locomotive Breath“ von Jethro Tull. Ein tolles Konzert“, da waren sich die Gäste einige, „ein toller Laden, der Kuba“, lautete die Kompliment-Erwiderung vom Lagerfeuertrio.

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