Jülich - Lärm nervt Anwohner in Mersch

Lärm nervt Anwohner in Mersch

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Nicht nur zur Kampagnenzeit fordern die Merscher Anwohner dauerhaft Tempo 30 auf der Ortsduchfahrt. Foto: Diels

Jülich. Wenn auf den Rängen einer Ausschusssitzung die Stühle knapp werden, ist das ein gutes Zeichen. Dann sitzen auf den Möbeln nämlich in der Regel interessierte Menschen. So war das bei der Premiere des neuen Jülicher Bürgerausschusses.

Im Saal waren zwar nicht nur Männer und Frauen mit einem Anliegen, sondern auch neugierige Mandatsträger, aber immerhin. Ein Dialog entstand obendrein: Der Ausschuss und die Verwaltung setzten sich mit Anwohnern aus Mersch auseinander, die bekanntlich dauerhaft Tempo 30 für die enge Ortsdurchfahrt fordern - und gelegentlich am frühen Morgen schon mal aus dem Bett fallen.

Mit diesem offenbar realen Bild verdeutlichte ein Anwohner, dass die Merscher nicht nur die Raser und die Gefahren fürchten, sondern auch den Lärm. Der Beschwerdeführer berichtete von donnernden Rübengespannen, die schon kurz nach 5 Uhr an seinem Haus vorbeifahren, da die Zuckerfabrik die Anlieferung ab 6 Uhr erlaubt. Die Kern-Ruhezeit von 22 bis 6 Uhr müsse aber doch respektiert werden.

Der Mann, unterstützt von Ortsvorsteher Heinz Schaaf (Jül) und Willi Plum (CDU), wusste noch Kurioseres zu berichten: „Auf der einen Seite der Straße parkten zwei Autos. Die durften da stehen. Auf dieser Seite fuhr ein Traktor heran. Auf der anderen ein Notarzt mit Blaulicht. Raten Sie mal, wer stehen blieb - der Notarzt!” Minuten später habe der Rettungswagen aus gleichem Grund notgedrungen stoppen müssen.

Obwohl die Kommunalpolitik das Merscher Begehren gern auf breiter Front unterstützen will: So einfach ist das nicht. Das verdeutlichte auch Hans Pinell, Leiter des Ordnungsamtes. Er war von der Bezirksregierung aus aktuellem Anlass - nämlich der Tempo-30-Forderung auf Dauer - auf die notwendigen Rahmenbedingungen hingewiesen worden. Es müssen triftige Gründe wie Unfallhäufung oder hohes Verkehrsaufkommen nachgewiesen werden. Diese Daten liefert - vielleicht - eine Messkampagne, deren drittes Intervall in Kürze bevorsteht.

Pinell erklärte den Bürgern, dass die Möglichkeit bestehe, aufgrund der Verkehrsdaten auch die Lärmbelästigung zu ermitteln - und was eine Temporeduzierung bringe. Eine solche Berechnung soll erstellt werden, empfahl der Ausschuss im Sinne der Anwohner, die auch fehlende Polizeikontrollen bemängeln. Während der Rübenkampagne gilt in Mersch Tempo 30. „Und wenn nur in den ersten zwei Wochen gemessen wird, spricht sich das schon rum”, sagte ein Zuhörer.

Das will Hans Pinell mit der Polizei erörtern. Wenn alle Messdaten vorliegen, suche er das Gespräch mit der Bezirksregierung, um die Möglichkeit einer permanenten Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h zu erörtern. Bis dahin gilt diese Beschränkung - vorerst auch noch nach der Rübenkampagne.
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