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Kunstschmied, der unerkannt bleiben möchte

Von: gre
Letzte Aktualisierung:
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So sieht der von einem Hobby-Kunstschmied geschaffene Mai-Altar in der Freialdenhovener Pfarrkirche aus. Foto: Greven

Freialdenhoven. Die Kunstschmiedearbeiten sind der Blickfang in der so nüchtern wirkenden St. Mauritius-Pfarrkirche von Freialdenhoven, einem recht schmucklosen Backsteinbau aus der Nachkriegszeit.

So nach und nach füllt sich das Gotteshaus mit den wunderschönen Arbeiten, die das Innere des Gebäudes sehenswert machen. Ein schöner Kerzenleuchter für die Osterkerze, ein Ständer für das Vortragekreuz, dann ein Ständer für das Weihwasserbecken, alles kunstvoll und äußerst exakt gearbeitet.

Ein Marienaltar

Vor einiger Zeit wurde die Brüstung für die Empore ganz aus Schmiedeeisen hergestellt. Aus deren Schmuckteilen mit Notenschlüsseln und der Schrift „Singet Lob du Christenheit” zu erkennen ist, dass hinter ihr an Festtagen der Kirchenchor Aufstellung nimmt. Als letztes und wohl größtes Kunstwerk ist kürzlich der Marienaltar in der Nische entstanden, die bisher in der Weihnachtszeit der Krippe vorbehalten war, ebenfalls ein prächtiges Objekt eines Freialdenhovener Pfarrangehörigen.

Der Hauptteil dieses Marienaltars besteht aus einem kunstvollen Ständer mit vielen Attributen der Marienlegende. Auf diesem ruht die lebensgroße Madonnenstatue, eine Holzschnitzarbeit. Sie wird von geschmiedeten Blumen- und Kerzenständern flankiert.

Ein besonderer Blickfang ist das vier Meter lange Geländer, welches schön gestaltet ist mit vielen, vielen Rosen und obendrauf die erste Strophe des Kirchenliedes „Segne Du Maria”. Die beiden anderen Strophen dieses Liedes hat der Künstler auf den Seitenwänden der Altarnische angebracht. Das Ganze ist eine außerordentliche Bereicherung für die Pfarrkirche und hat dem Künstler ein ganz besonderes Lob von Pfarrer Wilhelm Maqua eingebracht, dem als großen Verehrer der Muttergottes insbesondere die vielen Rosen erfreut haben, die nicht nur diesen Altar, sondern auch alle weiteren Kunstwerke zieren.

Zwei Hobbys

Der Künstler, der unerkannt bleiben möchte, ist ein Freialdenhovener Junge, der von Kinds Beinen an eng mit seiner Pfarrkirche verbunden ist und auch viele Jahre dem Kirchenvorstand angehörte. Der 67-jährige aktive gelernte Landwirt widmet seine Freizeit seinen zwei Hobbys: das Fahren von großen Lkw, möglichst Sattelschleppern, und das Kunstschmiedehandwerk, das er sich im Laufe vieler Jahre bis zur Vollendung angeeignet hat.

Seine Ideen holt er sich auf seinen Bergwanderungen auf österreichischen Friedhöfen, auf denen es überwiegend geschmiedete Grabkreuze gibt, aus Katalogen und bei Fachleuten, deren speziellen Rat er gerne annimmt. Er hat ein Auge dafür. Ein geschmackvolles Balkongeländer oder ein geschmiedetes Gitter entgeht seinen Augen nicht.

Die vielen Arbeiten, die er für seine Pfarrkirche gemacht hat, sind keine Auftragsarbeiten. Es sind seine Ideen. Das Lob und die Bewunderung reichen ihm als Lohn für seine Arbeiten. Nur seinen Namen möchte er nicht genannt wissen.
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