Körrenzig - Künstler Anselm Kiefer ordert Strohdoggen

Künstler Anselm Kiefer ordert Strohdoggen

Von: Kr.
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Schweißtreibend war die Ernte
Schweißtreibend war die Erntearbeit, die Franz Willi Sodekamp und seine Helfer für den international bekannten deutschen Künstler Anselm Kiefer erledigten. Foto: Kròl

Körrenzig. Nach „guter alter Väter Sitte” wurde jetzt in Körrenzig noch einmal Getreide geerntet, und das hatte einen triftigen Grund. Nach wir vor pflegt Franz Willi Sodekamp das alte Handwerk seines Großvaters, die Strohdoggenherstellung, im Volksmund „Strohpoppe” genannt.

Das Roggenstroh, das dafür benutzt wird, muss besonders lang sein. Daher baut er auf einem kleinen Feld noch eine alte, langstrohige Sorte Winterroggen an, die er traditionell mit einem alten Mähbinder erntet. Die Strohdoggen werden zur Herstellung von Strohdächern und historischen Dachabdeckungen verwendet. Doch dass sein Stroh auch einmal eine künstlerische Verwendung finden würde, daran hätte Franz Willi Sodekamp nicht gedacht.

Hier kommt nun Hans Martin Schmitz ins Spiel. Der gelernte Landwirt und Agrarwissenschaftler wurde von ehemaligen Studienkollegen angesprochen, ob er nicht alte Strohgarben besorgen könne.

Der bekannte Künstler Anselm Kiefer benötigte sie für ein Kunstobjekt. Unterschiedlichste Materialien finden in seinem Atelier, mittlerweile in der Nähe von Paris, Verwendung. 200 Strohgarben hat er geordert, die Sodekamp für ihn band und zum Trocknen aufrichtete.

Es war für ihn, seinen Sohn Markus und Hans Martin Schmitz, der ebenfalls mit Hand anlegte, eine schweißtreibende Tätigkeit, in glühender Hitze, das Getreide zu mähen, die Garben zu binden und letztlich auch aufzurichten. Ende August sollen sie nun nach Frankreich geliefert werden. Was der Künstler aber letztendlich damit bezweckt, das bleibt bisher noch sein Geheimnis und war nicht zu erfahren.

Bei der Ernte übrigens auch mit dabei, war ein Kamerateam des WDR, die ebenfalls Interesse an der alten Erntetechnik zeigten.
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