Kriegsgräber pflegen heißt Europa leben

Von: Mira Otto
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Der Volksbund geht nächste Woche von Haus zu Haus, um Spenden für die Kriegsgefallenen zu sammeln. Foto: Mira Otto

Jülich. „Wir müssen uns an die schrecklichen Auswirkungen der Kriege in unserem Land erinnern. Gerade die Kriegsgräberstätten sind Zeugen dieser schrecklichen Vergangenheit“, bekundete Bürgermeister Heinrich Stommel.

Am Samstagmorgen wurde die Sammelaktion des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge unter dem Titel „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“ offiziell eröffnet. Zu diesem Anlass sammelte Stommel, der von Amts wegen Vorsitzender des Volksbundes ist, auf dem Jülicher Samstagsmarkt schon kräftig mit.

„Vom Freitag, dem 31. Oktober, bis zum Sonntag, dem 16. November, gehen die ehrenamtlichen Spendensammler in ganz Deutschland von Haus zu Haus“, sagte Silvia Hamacher, die Leiterin des Bürgermeisterbüros, zu der Kampagne und führte fort: „Die Kriegsgräber sind eine Aufforderung, den Frieden auf Dauer zu erhalten, besonders unsere Jugend, in der unsere Zukunft liegt, darf das nicht vergessen.“

Gerade dafür veranstalte der Volksbund Fahrten zu den Kriegsgräbern, informiere in intensiver Jugendarbeit und arrangiere friedenspädagogische Projekte. Um das zu bewerkstelligen müssen die Stätten erhalten werden. Auch Bürgermeister Stommel schloss sich dem an und sagte: „Hier möchte ich an die Worte von Jean-Claude Juncker erinnern.

Er bekundete, wer an Europa zweifle und verzweifle, der solle Soldatenfriedhöfe besuchen. Denn nirgendwo sei es besser zu spüren, was das europäische Gegeneinander bewirken kann. Darauf müssen wir hinweisen.“ So appellierte Stommel, die Einheit Europas zu bewahren. Und die Spendensammlung ist wichtig, denn nur 25 P jährlichen Finanzierungsbedarfs werde durch Zuschüsse des Bundes gedeckt, so Hamacher. Der Rest müsse anderweitig finanziert werden.

Sammeldose im Rathaus

Seit 1991 habe der Volksbund 330 Friedhöfe aus dem Zweiten Weltkrieg und 188 Anlagen aus dem Ersten Weltkrieg in Ost-, Mittel-, und Südeuropa wieder hergestellt oder neu geschaffen. Mehr noch: Es wurden 800 000 Kriegstote in 82 Kriegsgräberstätten umgebettet, erläuterte Silvia Hamacher weiter.

Wer keinen Sammler antreffen sollte, hat bis zum Freitag, dem 14. November, die Möglichkeit, im Eingangsbereich des Neuen Rathauses zu spenden. Dort stehe ebenfalls eine Sammeldose bereit, gab der Bürgermeister bekannt und machte den Anstoß: „Bitte helfen sie uns, die Versöhnungs- und Friedensarbeit des Volksbundes in die Zukunft zu tragen.“

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