Inden - Kreis lässt riesigen Solarpark errichten

Kreis lässt riesigen Solarpark errichten

Von: Antonius Wolters
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Auf dem Gelände der ehemaligen Hausmülldeponie in Inden wurde gestern mit dem Freischneiden der Fläche begonnen. Foto: Wolters

Inden. Die „Wolkenfabrik”, wie das Kraftwerk Weisweiler aus sichtbaren Gründen im Volksmund genannt wird, arbeitet im Akkord. Auf dem Gelände der ehemaligen Mülldeponie, die sich neben der L241 erhebt, ist ein Trupp Arbeiter dabei, Buschwerk zu schneiden und im Häcksler zu Holzspänen zu verarbeiten.

An die vor rund 20 Jahren aufgegebenen Deponie des Kreises erinnern so genannte Gasbrunnen aus Edelstahl, die Gase aus dem Boden saugen. „Die Deponie ist in der Nachsorge begriffen”, weiß Hans-Martin Steins, Dezernent beim Kreis Düren fürs Technische. Auch die Fackelanlage, zur der das überschüssige Gas geleitet wird, das sie dann verbrennt, komme zur Ruhe.

Entstehen soll auf dem Areal mit dem Solarpark ein „Vorzeigeprojekt”, das angesichts der aktuell gewachsenen Vorbehalte gegen Atomstrom hervorragend in die Zeit passt. Insofern ist die geplante Anlage ein Beitrag zur Energiewende, der indes schon vor den Atomunfällen in Japan in der Projektpipeline steckte.

Dirk Hürtgen, im Kreishaus Dezernent fürs Finanzielle, bezeichnet die regenerativen Energien als ersten Baustein auf dem Weg zur möglichen Gründungs von Kreiswerken Düren, die einmal die Versorgung des Kreisgebietes übernehmen könnten. Einen entsprechenden Arbeitsauftrag an die Verwaltung hatte der Kreisausschuss Mitte Dezember einstimmig verabschiedet. Bei den Überlegungen im Kreishaus kam auch das ehemalige Indener Deponiegelände ins Spiel, das sich hervorragend für einen Solarpark eignet, da landwirtschaftlich genutzte Flächen nicht mehr für Freiflächenanlagen dieses Typs erlaubt sind. Die Kreiswerke wären auf jeden Fall Betreiber der Anlage.

Doch zunächst drängt die Zeit, denn die Förderung solcher Anlagen durch die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung für den produzierten Strom sinkt nach derzeitigem Stand zum 1. September rapide. Vorgesehen ist deshalb, dass im Juni der Baubeginn für den Solarpark erfolgt, der bis zum 30. August ans Netz gehen soll. Ein späterer Termin drückt die Rentabilität.

Um den ambitionierten Zeitplan einhalten zu können, müssen jetzt diverse Verfahrensschritte parallel erfolgen. Am Mittwoch steht im Indener Gemeinderat die Aufstellung des Bebauungsplanes „Solarpark Grachtenweg” zur Tagesordnung. Zudem soll der Flächennutzungsplan der Gemeinde für das fragliche Areal in Abstimmung mit dem Land geändert werden. Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen auch beim Anlagebauer F&S solar concept aus Euskirchen, die den Solarpark errichten soll. Der Kontakt bestand schon vorher, denn die Firma war bereits bei der Ausrüstung von Dächern des Kreishauses und anderer kreiseigener Gebäude mit Solarmodulen eingebunden.

Nach Worten von F&S-Geschäftsführer Georg Schmiedel integriert sich die Anlage hervorragend ins bestehende Landschaftsbild und das lokale Ökosystem. Für die Aufständerung werden Pfosten aus dem Leitplankenbau in den Boden gerammt, die leicht zugänglichen Module werden dann von Gras, Kräutern und Blumen umgeben sein.
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