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Kreis finanziert Mittagessen im Kindergarten

Von: Jörg Abels
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Kreis Düren. Nach einem aufregenden Morgen haben die Jungs und Mädchen im Katholischen Kindergarten St.-Marien in Merzenich Kohldampf: Rinderbraten mit Kartoffeln und Rosenkohl steht auf dem Tisch. Das schmeckt; bislang freilich nur den Kindern, deren Eltern sich den Eigenanteil von zwei Euro täglich leisten können.

„Das eine oder andere Kind aus sozialschwachen Familien konnten wir in der Vergangenheit noch auffangen”, berichtet Ira Adamec-Kesseler. „Doch im letzten Jahr wurden es immer mehr.” Die Folge: Die Kinder aus Hartz-IV-Familien mussten über Mittag wieder nach Hause, ohne zu essen.

Die Kindergartenleiterin schlug Alarm. „Warum gibt es nicht auch für Kindergärten ein Programm Kein Kind ohne Mahlzeit”, klagte sie, „analog zum Landesprogramm für Grundschulen?” Und sie fand Gehör. Landrat Wolfgang Spelthahn versprach kurzerhand, dass der Kreis diese Lücke schließt.

Zum 1. Februar ist es soweit. In den Fällen, in denen Familien staatliche Transferleistungen erhalten, springt der Kreis Düren ein und übernimmt auf Antrag der Tageseinrichtung den Elternanteil - bis zu 2,50 Euro je Kind und Mahlzeit. „Das Finanzielle soll kein K.o.-Kriterium mehr sein, sein Kind nicht in der Übermittagsbetreuung anzumelden”, begründete Spelthahn die landesweit bislang einmalige Initiative.

Von den rund 1300 Kindern aus Hartz-IV-Familien im Kreisgebiet dürften rund 250 von der Neuregelung profitieren, glaubt der Landrat, versichert aber, in allen Fällen zu helfen, sollte der Bedarf größer werden und jetzt auch Kinder ganztägig angemeldet werden, dis bislang aus finanziellen Gründen zu Hause blieben.

Die Kosten von rund 150.000 Euro sollen im ersten Jahr über Spenden (Konto: 356212 des Kreises Düren bei der Sparkasse Düren, Blz.: 39550110, Stichwort „Kein Kind ohne Mahlzeit”) finanziert werden - allein die Sparkasse Düren steuert 70.000 Euro bei -, ab 2010 dann über den Kreishaushalt und damit die Jugendamtsumlage. „Das ist für mich eine Pflichtaufgabe der öffentlichen Hand”, betonte der Landrat. „Mit der Stadt Düren werden jetzt unmittelbar Gespräche geführt, auch dort die Übernahme des Elternanteils zu gewährleisten”, kündigte Spelthahn an, zumal der geldwerte Vorteil seit 1. Januar nicht mehr auf die Hartz-IV-Einkünfte angerechnet wird.

In seinem kleinen Konjunkturpaket für Familien geht Spelthahn aber noch einen Schritt weiter. Nach dem vom Kreistag bereits beschlossenen ersten Kindergartenjahr soll in den 14 Kommunen im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes (außer Düren) auch das zweite Jahr beitragsfrei werden. Kosten: rund 1,2 Millionen Euro. „Das ist eine nachhaltige Entlastung für junge Familien, mit der wir uns bei den nächsten Etatberatungen beschäftigen werden.”
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