Jülich - Krankenhaus-Garantie: „Der Landrat hats schriftlich”

Krankenhaus-Garantie: „Der Landrat hats schriftlich”

Von: hfs.
Letzte Aktualisierung:
ctwkreisbu
Die beiden ctw-Geschäftsführer Bernd Koch und Gàbor Szük (von links): „Das Krankenhaus gehört uns!” Foto: hfs.

Jülich. CTW-Geschäftsführer Gàbor Szük schwillt der Kamm nach der Stellungnahme von Landrat Wolfgang Spelthahn und den Kreistagsfraktionen zur Krankenhausübernahme. Was ihn und den zweiten Geschäftsführer der Caritas Trägergesellschaft West, Bernd Koch, erzürnt, ist die Behauptung, die Caritas habe bislang keine verbindliche Zusage gegeben, die Krankenhaus-Standorte Linnich und Jülich inklusive der Arbeitsplätze zu erhalten.

„Das hat der Landrat sogar schriftlich”, sagt Koch und verweist auf ein erstes Schreiben in der Sache vom 2. Juni 2009. Es liegt unserer Redaktion vor.

Darin verpflichtet sich die ctw, das Krankenhaus „Jülich in unveränderter Versorgungsstruktur fortzuführen”. Zudem erklärt der neue Träger, dass „die Geschäftsführung der Caritas Trägergesellschaft West sämtliche Maßnahmen veranlassen wird, die den Fortbestand des Krankenhauses Jülich sichern, einschließlich der Sicherstellung der Arbeitsplätze der betroffenen Mitarbeiter, die bereits in der Vergangenheit ausschließlich für das Krankenhaus Jülich tätig waren”.

Mit einem weiteren Schreiben vom 14. August 2009, das der Redaktion ebenfalls vorliegt, unterstreicht die ctw erneut, die Fortführung des Krankenhausbetriebes am Standort Jülich zu verfolgen: „Wir möchten nochmals und auch schriftlich eindeutig bestätigen, dass wir den Fortbestand des Krankenhausbetriebes in Jülich und (Anm. d. Red.: Das Wort ist unterstrichen) in Linnich erhalten werden, da wir der festen Überzeugung sind, dass in der Vergangenheit viele Patienten des Kreises Düren eine Versorgung an einem anderen Krankenhausstandort außerhalb des Kreises Düren wahrgenommen haben, die in Jülich wieder versorgt werden wollen.” Koch: „Wir haben darauf nie eine Antwort erhalten.”

Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte sich der Aufsichtsrat des Krankenhauses Düren schon intensiv mit dem Krankenhaus Jülich. Laut Protokoll der Sitzung vom 14. Juni 2009 unter Leitung des Aufsichtsrats-Vorsitzenden Karl-Albert Eßer (Düren/CDU), an der neben den Gesellschaftsvertretern für die Stadt Düren und den ordentlichen Mitgliedern auch der Gesellschaftsvertreter des Kreises, Landrat Wolfgang Spelthahn „in Personalunion als Mitglied des Aufsichtsrates kraft Amtes” teilgenommen hat, beschließt das Gremium, dass die „Geschäftsführung (Anmerkung d. Red.: des Krankenhauses Düren) beauftragt wird, einen Managementvertrag mit dem Kreis Düren für das Krankenhaus Jülich abzuschließen, sollte der Versorgungsauftrag auf den Kreis übertragen werden.”

Dieses Protokoll endet mit der Feststellung, dass die Geschäftsführung zudem beauftragt wird, „den Kreis bei der Prüfung der Rückübertragung des Versorgungsauftrages des Krankenhauses Jülich auf den Kreis zu beraten und aktiv zu unterstützen”.

Auf diese Details angesprochen, reagieren Szük und Koch zurückhaltend, äußern nur Vermutungen. „Wir können uns dann vorstellen, warum ab Ende Mai das Wohlwollend des Kreises mit Blick auf unsere Übernahme abrupt abgenommen hat.”

Bereits im Januar 2009 wurde der Kreis schriftlich von der ctw unterrichtet, dass die Malteser das Jülicher Haus auf die ctw übertragen wollen. Gabor Szük: „Mir hat der Landrat in einem persönlichen Gespräch danach direkt versichert, dass die Weiterführung des Jülicher Hauses ja dann in guten und sicheren Händen sei. Und wir, die ctw, jede Unterstützung bei diesem Vorhaben vom Kreis erhalten würden.”

Die ctw-Geschäftsführer sehen die im Dezember erlassene Einstweilige Verfügung des Amtsgerichts Jülich - wegen des vom Antragsteller als dringlich eingestuften Falles ohne vorherige mündliche Verhandlung entschieden - gelassen. „Wir sind rechtmäßige Eigentümer.” Koch ergänzt, „dass wir die Übertragung ins Grundbuch in den kommenden Tagen durchführen lassen”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert